Breite Unterstützung fürs Südwind-Magazin

Aus unserer heutigen Presseaussendung: Der vor einer Woche bekannt gewordene Stopp der Förderung für das seit 37 Jahren erscheinende Südwind-Magazin löste Empörung aus. Der öffentliche Appell an Außenminister Sebastian Kurz, das österreichische Leitmedium für Entwicklungspolitik zu retten, wird breit unterstützt.

AktivistInnen der Klimaschutz-Bewegung „System Change, not Climate Change!“ reagierten auf das drohende Aus des Südwind-Magazins mit einer Foto-Aktion© Lucile Tillet

Prominente und PolitikerInnen äußerten große Besorgnis über das drohende Aus des Magazins und kritisierten das Vorgehen der dem Außenministerium unterstellten Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit ADA (Austrian Development Agency), die den Förderstopp mit dem EU-Beihilfenrecht begründet.

„Viele Österreicherinnen und Österreicher haben deutlich gemacht, dass ihnen der Weiterbestand des Südwind-Magazins am Herzen liegt. Über 200 Menschen haben in den vergangenen Tagen ein Südwind-Abo bestellt. Weit über 4.500 haben die Petition an Außenminister Kurz unterschrieben. Die breite Unterstützung freut mich sehr und lässt hoffen“, zeigt sich Richard Solder, Chefredakteur des Südwind-Magazins, dankbar.

„In großer Besorgnis“ wandten sich namhafte UnterstützerInnen des Südwind-Magazins in einem Brief an Außenminister Kurz: darunter u.a. Menschenrechtsexperte Manfred Nowak, der Präsident der Ärztekammer Wien, Thomas Szekeres, Schriftsteller Ilija Trojanow, Filmemacher Kurt Langbein, Gemeinwohl-Ökonom Christian Felber, die Sprachwissenschaftlerin Ruth Wodak und der Afrikawissenschaftler Walter Schicho.

„Die öffentliche Meinung in Österreich wird jeden Tag von reißerischen und grellen Gratis- und Boulevardzeitungen mit Skandal, Demagogie und Nationalismus überschüttet und manipuliert. Es braucht in der österreichischen Medienlandschaft die Stimme der Vernunft“, so der Flüchtlingsmanager Kilian Kleinschmidt über das Südwind-Magazin. Provinzoberin der Steyler Missionsschwestern, Sr. Hemma Jaschke betont: „Medien, die dazu beitragen, Solidarität und Gerechtigkeit weltweit zu fördern, müssen unterstützt werden.“

Die Gemeinde Guntramsdorf (NÖ) verabschiedete auf Initiative der Umweltgemeinderätin Monika Hobek-Zimmermann (Grüne Guntramsdorf) eine Gemeinderats-Resolution: Darin ersucht die FAIRTRADE-Gemeinde Außenminister Kurz, die Förderung des Südwind-Magazins fortzusetzen. „Der Gemeinderat der Marktgemeinde Guntramsdorf hat sich zur Bewusstseinsbildung und Information zum Thema FAIRTRADE verpflichtet. Das Südwind-Magazin ist dafür ein zentrales Informationsmedium. Aufgrund seiner qualitätsvollen, kritischen Berichterstattung sollte das Südwind-Magazin Teil jeder Schulbibliothek sein. Ein Text daraus war 2016 auch Teil der Zentralmatura“, begründet Hobek-Zimmermann ihren Antrag.

AktivistInnen der Klimaschutz-Bewegung „System Change, not Climate Change!“ reagierten auf das drohende Aus des Südwind-Magazins mit einer Foto-Aktion mit Botschaften wie „Südwind-Magazin, we need you!“ oder „Südwind-Magazin retten!“.

Das Südwind-Magazin informiert seit 1979 Österreicherinnen und Österreicher über internationale Politik, Kultur und Entwicklung und schafft Bewusstsein für globale Verflechtungen. Die Berichterstattung wurde mehrfach mit Preisen ausgezeichnet, etwa mit dem Prof. Claus Gatterer-Preis 2003 oder dem Prälat Leopold Ungar-JournalistInnenpreis 2012 für den mittlerweile verstorbenen langjährigen Südwind-Redakteur Werner Hörtner.

JournalistInnen wie Sybille Hamann, Karim El-Gawhary, Ed Moschitz oder Gudrun Harrer schrieben in ihrer Anfangszeit für das Südwind-Magazin. Falter-Mitbegründer und -Herausgeber Armin Thurnher setzte anno 1980 als Zivildiener beim Südwind-Magazin das erste farbige Cover durch. 1989 wurde Ulrike Lunacek, heute Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, Redakteurin des Südwind-Magazins. Neben den Schriftstellern Erich Hackl und Karl-Markus Gauß gehörte auch der „Weltenwanderer“ Gregor Sieböck zu den KolumnistInnen. Exklusive Auftritte im Südwind-Magazin hatten internationale Persönlichkeiten wie die indische Aktivistin und „Radikalökologin“ Vandana Shiva, der heutige Präsident Boliviens, Evo Morales, oder die guatemaltekische Menschenrechtsaktivistin Rigoberta Menchú.

„Außenminister Sebastian Kurz hat sich bis dato bei uns noch nicht gemeldet“, so Südwind-Chefredakteur Solder. Sollte Kurz das Südwind-Magazin nicht retten, will das Redaktionsteam trotzdem weitermachen. „Das Südwind-Magazin bekommt aktuell viel Rückenwind. Mit der Unterstützung unserer Leser und Leserinnen kämpfen wir weiter“, so Solder.

Petition „Herr Minister Kurz, retten Sie das Südwind-Magazin”: www.suedwind-magazin.at/retten

Südwind-Solidaritäts-Abo: www.suedwind-magazin.at/abo

  • Kommentar von Thaddea Brugger,

    Bitte die Grünen und Peter Pilz kontaktieren. Die sollen für die Subventionen sorgen! Es darf nicht sein, dass wir Steuerzahler Schundblätter wie "Österreich" und "Heute" fördern und kritische Magazine wie "Südwind" keine Subventionen bekommen!

nach oben