Gemeinsam fürs Südwind-Magazin

In den vergangenen Monaten hat das Südwind-Magazin viel Zuspruch und Unterstützung bekommen. Über die #suedwindmagazinretten-Solidarität.

LeserInnen, neue AbonenntInnen, Prominente und PolitikerInnen äußerten in den vergangenen Wochen und Monaten große Besorgnis über die schwierige Situation unseres Magazins und kritisierten das Vorgehen der dem Außenministerium unterstellten Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit ADA (Austrian Development Agency), die den Förderstopp mit dem EU-Beihilfenrecht begründet.

Das Südwind-Magazin konnte in den vergangenen Monaten über 1.100 neue Abos abschließen. 500 weitere werden (Stand Sommer) für die Rettung gebraucht.

„In großer Besorgnis“ wandten sich bereits Ende 2016 namhafte UnterstützerInnen des Südwind-Magazins in einem Brief an Außenminister Sebastian Kurz: darunter u.a. Menschenrechtsexperte Manfred Nowak, der Präsident der Ärztekammer Wien, Thomas Szekeres, Schriftsteller Ilija Trojanow, Filmemacher Kurt Langbein, Gemeinwohl-Ökonom Christian Felber, die Sprachwissenschaftlerin Ruth Wodak und der Afrikawissenschaftler Walter Schicho.
6.000 Menschen unterzeichneten eine Petition an Außenminister Sebastian Kurz, die Anfang des Jahres vor dem Außenministerium präsentiert wurde. 

„Die öffentliche Meinung in Österreich wird jeden Tag von reißerischen und grellen Gratis- und Boulevardzeitungen mit Skandal, Demagogie und Nationalismus überschüttet und manipuliert. Es braucht in der österreichischen Medienlandschaft die Stimme der Vernunft“, so der Flüchtlingsmanager Kilian Kleinschmidt über das Südwind-Magazin. Provinzoberin der Steyler Missionsschwestern, Sr. Hemma Jaschke betont: „Medien, die dazu beitragen, Solidarität und Gerechtigkeit weltweit zu fördern, müssen unterstützt werden.“

Die Gemeinde Guntramsdorf (NÖ) verabschiedete auf Initiative der Umweltgemeinderätin Monika Hobek-Zimmermann (Grüne Guntramsdorf) eine Gemeinderats-Resolution: Darin ersucht die FAIRTRADE-Gemeinde Außenminister Kurz, die Förderung des Südwind-Magazins fortzusetzen. „Der Gemeinderat der Marktgemeinde Guntramsdorf hat sich zur Bewusstseinsbildung und Information zum Thema FAIRTRADE verpflichtet. Das Südwind-Magazin ist dafür ein zentrales Informationsmedium. Aufgrund seiner qualitätsvollen, kritischen Berichterstattung sollte das Südwind-Magazin Teil jeder Schulbibliothek sein. Ein Text daraus war 2016 auch Teil der Zentralmatura“, begründet Hobek-Zimmermann ihren Antrag.

AktivistInnen der Klimaschutz-Bewegung „System Change, not Climate Change!“ reagierten auf das drohende Aus des Südwind-Magazins mit einer Foto-Aktion mit Botschaften wie „Südwind-Magazin, we need you!“ oder „Südwind-Magazin retten!“.
Die so unterschiedliche Form der Solidarität wird in einem Artikel im Südwind-Magazins zusammengefasst: Die UnterstützerInnen, unsere HeldInnen.

Am 27. Mai fanden sich tausende Menschen im Campus der Uni Wien beim Südwind Straßenfest ein. Bei herrlichem Wetter genossen viele nicht nur Programm und Atmosphäre, sondern schauten auch am Südwind-Magazin-Stand vorbei. Vielen Dank allen Interessierten, Neu-AbonnentInnen, und nicht zuletzt unseren HelferInnen! #SüdwindMagazinretten machte am Fest dabei auch einen Ausflug auf die Hauptbühne, um auf die schwierige Situation im Zuge des Förderstopps Ende 2016 hinzuweisen.

Künstlerisch für uns auf der Bühne aktiv war die Südwind Wien Theatergruppe. Am 1. Juni führte sie im vollbesetzten Alois-Wagner-Saal des C3 eine Benefizveranstaltung für das Südwind-Magazin „Globalisierungsdschungel – All Inclusive“ auf. Im Forumtheaterstück reisen zwei Frauen durch verschiedene Welten, Weltsichten prallen aufeinander. Das Publikum war gefordert, die Szenen durch eigene Ideen zu verändern.

#SüdwindMagazinretten ist auch immer wieder in anderen Medien Thema: Die Stadtzeitung Falter etwa schaute bei uns in der Redaktion vorbei. In der Ausgabe vom 3. Mai wurde der Artikel „Gegen den Südwind: Sebastian Kurz’ Außenamt stoppt die Förderung eines Traditionsblattes und schiebt der EU die Schuld zu“ veröffentlicht.

Falter-Herausgeber Armin Thurnher meldete sich zudem in der Grazer Straßenzeitung Megaphon (Nr. 4/2017) zu Wort. Thurnher lehnt das Vorgehen rund um die Förder-Streichung „schärfstens“ ab: „Wenn der Integrations- und Außenminister, der doppelt verpflichtet wäre, für einen anderen Blick auf diese Welt zu sorgen, dem Südwind-Magazin das Geld entzieht, dann erspart er Österreich vor allem diesen anderen Blick. Er will ein Reservoir kritischen Sehens und Denkens austrocknen“, so der Falter-Mitbegründer.

Das Südwind-Magazin informiert seit 1979 Österreicherinnen und Österreicher über internationale Politik, Kultur und Entwicklung und schafft Bewusstsein für globale Verflechtungen. Die Berichterstattung wurde mehrfach mit Preisen ausgezeichnet, etwa mit dem Prof. Claus Gatterer-Preis 2003 oder dem Prälat Leopold Ungar-JournalistInnenpreis 2012 für den mittlerweile verstorbenen langjährigen Südwind-Redakteur Werner Hörtner.

JournalistInnen wie Sybille Hamann, Karim El-Gawhary, Ed Moschitz oder Gudrun Harrer schrieben in ihrer Anfangszeit für das Südwind-Magazin. Armin Thurnher setzte anno 1980 als Zivildiener beim Südwind-Magazin das erste farbige Cover durch. 1989 wurde die Grünen-Politikerin Ulrike Lunacek Redakteurin des Südwind-Magazins. Neben den Schriftstellern Erich Hackl und Karl-Markus Gauß gehörte auch der „Weltenwanderer“ Gregor Sieböck zu den KolumnistInnen. Exklusive Auftritte im Südwind-Magazin hatten internationale Persönlichkeiten wie die indische Aktivistin und „Radikalökologin“ Vandana Shiva, der heutige Präsident Boliviens, Evo Morales, oder die guatemaltekische Menschenrechtsaktivistin Rigoberta Menchú.

Wie kann man helfen? Siehe www.suedwind-magazin.at/retten
#suedwindmagazinretten

  • Kommentar von Thaddea Brugger,

    Bitte die Grünen und Peter Pilz kontaktieren. Die sollen für die Subventionen sorgen! Es darf nicht sein, dass wir Steuerzahler Schundblätter wie "Österreich" und "Heute" fördern und kritische Magazine wie "Südwind" keine Subventionen bekommen!

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