Breite Unterstützung fürs Südwind-Magazin

Der Ende 2016 bekannt gewordene Stopp der Förderung für das seit 37 Jahren erscheinende Südwind-Magazin löste Empörung aus. Über die #suedwindmagazinretten-Solidarität.

AktivistInnen der Klimaschutz-Bewegung „System Change, not Climate Change!“ reagierten auf das drohende Aus des Südwind-Magazins mit einer Foto-Aktion© Lucile Tillet

Prominente und PolitikerInnen äußerten große Besorgnis über das drohende Aus des Magazins und kritisierten das Vorgehen der dem Außenministerium unterstellten Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit ADA (Austrian Development Agency), die den Förderstopp mit dem EU-Beihilfenrecht begründet.

6.000 Menschen unterzeichneten die Petition an Außenminister Sebastian Kurz. Das Südwind-Magazin konnte in den vergangenen Wochen 600 neue Abos abschließen können, davon über 60 Solidaritäts-Abos, die besonders helfen.

„In großer Besorgnis“ wandten sich namhafte UnterstützerInnen des Südwind-Magazins in einem Brief an Außenminister Kurz: darunter u.a. Menschenrechtsexperte Manfred Nowak, der Präsident der Ärztekammer Wien, Thomas Szekeres, Schriftsteller Ilija Trojanow, Filmemacher Kurt Langbein, Gemeinwohl-Ökonom Christian Felber, die Sprachwissenschaftlerin Ruth Wodak und der Afrikawissenschaftler Walter Schicho.

„Die öffentliche Meinung in Österreich wird jeden Tag von reißerischen und grellen Gratis- und Boulevardzeitungen mit Skandal, Demagogie und Nationalismus überschüttet und manipuliert. Es braucht in der österreichischen Medienlandschaft die Stimme der Vernunft“, so der Flüchtlingsmanager Kilian Kleinschmidt über das Südwind-Magazin. Provinzoberin der Steyler Missionsschwestern, Sr. Hemma Jaschke betont: „Medien, die dazu beitragen, Solidarität und Gerechtigkeit weltweit zu fördern, müssen unterstützt werden.“

Die Gemeinde Guntramsdorf (NÖ) verabschiedete auf Initiative der Umweltgemeinderätin Monika Hobek-Zimmermann (Grüne Guntramsdorf) eine Gemeinderats-Resolution: Darin ersucht die FAIRTRADE-Gemeinde Außenminister Kurz, die Förderung des Südwind-Magazins fortzusetzen. „Der Gemeinderat der Marktgemeinde Guntramsdorf hat sich zur Bewusstseinsbildung und Information zum Thema FAIRTRADE verpflichtet. Das Südwind-Magazin ist dafür ein zentrales Informationsmedium. Aufgrund seiner qualitätsvollen, kritischen Berichterstattung sollte das Südwind-Magazin Teil jeder Schulbibliothek sein. Ein Text daraus war 2016 auch Teil der Zentralmatura“, begründet Hobek-Zimmermann ihren Antrag.

AktivistInnen der Klimaschutz-Bewegung „System Change, not Climate Change!“ reagierten auf das drohende Aus des Südwind-Magazins mit einer Foto-Aktion mit Botschaften wie „Südwind-Magazin, we need you!“ oder „Südwind-Magazin retten!“.
Die so unterschiedliche Form der Solidarität wird in einem Artikel in der ersten Ausgabe des Südwind-Magazins 2017 zusammengefasst: Die UnterstützerInnen, unsere HeldInnen.

Das Südwind-Magazin informiert seit 1979 Österreicherinnen und Österreicher über internationale Politik, Kultur und Entwicklung und schafft Bewusstsein für globale Verflechtungen. Die Berichterstattung wurde mehrfach mit Preisen ausgezeichnet, etwa mit dem Prof. Claus Gatterer-Preis 2003 oder dem Prälat Leopold Ungar-JournalistInnenpreis 2012 für den mittlerweile verstorbenen langjährigen Südwind-Redakteur Werner Hörtner.

JournalistInnen wie Sybille Hamann, Karim El-Gawhary, Ed Moschitz oder Gudrun Harrer schrieben in ihrer Anfangszeit für das Südwind-Magazin. Falter-Mitbegründer und -Herausgeber Armin Thurnher setzte anno 1980 als Zivildiener beim Südwind-Magazin das erste farbige Cover durch. 1989 wurde Ulrike Lunacek, heute Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, Redakteurin des Südwind-Magazins. Neben den Schriftstellern Erich Hackl und Karl-Markus Gauß gehörte auch der „Weltenwanderer“ Gregor Sieböck zu den KolumnistInnen. Exklusive Auftritte im Südwind-Magazin hatten internationale Persönlichkeiten wie die indische Aktivistin und „Radikalökologin“ Vandana Shiva, der heutige Präsident Boliviens, Evo Morales, oder die guatemaltekische Menschenrechtsaktivistin Rigoberta Menchú.

Wie geht's weiter, und wie kann man helfen? Siehe www.suedwind-magazin.at/retten
#suedwindmagazinretten

  • Kommentar von Thaddea Brugger,

    Bitte die Grünen und Peter Pilz kontaktieren. Die sollen für die Subventionen sorgen! Es darf nicht sein, dass wir Steuerzahler Schundblätter wie "Österreich" und "Heute" fördern und kritische Magazine wie "Südwind" keine Subventionen bekommen!

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