Dhol & Brass

Von Werner Leiss

Hier einmal etwas ganz anderes, nämlich der Versuch, Bhangra mit Blasinstrumenten zu vereinen. Präsentiert wird dieses Novum von einem neunköpfigen Ensemble aus Brooklyn, geleitet von einem Mann namens Sunny Jain. Er gibt den unverzichtbaren Dhol-Trommler. Daneben stehen Perkussion, Schlagzeug, ein Sousaphon sowie fünf Blasinstrumente zur Verfügung.

Red Baraat nennt sich die Truppe, was auf Hindi soviel wie Hochzeitsumzug bedeutet. In der indischen Community waren sie schnell die Nummer eins. Nach zwei Jahren haben sie sich nun bereits ein größeres Publikum erobert. Was sie nun tatsächlich spielen, ist eine etwas seltsame, gewöhnungsbedürftige Mischung aus Bhangra mit Elementen von Brass-Jazz und Latin-Ska. Aber was soll’s, FreundInnen des „reinen“ Bhangra dürfte es ohnehin nur wenige geben. Und es ist sowieso kaum das, was ein westliches Dancefloor-Publikum kennt und interessieren dürfte. Was allerdings hier aufbereitet wurde, ist freilich dann doch ein ziemlich harter Brocken und ein weiterer schräger Aspekt in der an hybrider Musik ohnehin schon seit längerem alles andere als armen Worldmusic-Szene.
Dennoch, da gibt es zwei, drei Lieder, die ganz ordentlich in die Beine fahren.

Red Baraat
Chall Baby
Jaro, Vertrieb: Hoanzl

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