Die Kraft der Überlebenden anerkennen

Sexualisierte Gewalt als Kriegswaffe zielt nicht nur auf einzelne Menschen, sondern auf ganze Gemeinschaften. Politik und Gesellschaft müssen Verantwortung für Wiedergutmachung übernehmen. Ein Kommentar von Jeannette Böhme.

Aus vielen Kriegsgebieten erreichen uns Berichte über sexualisierte Gewalthandlungen: Massenvergewaltigungen in der Demokratischen Republik Kongo, sexuelle Versklavung durch den sogenannten Islamischen Staat oder sexualisierte Folter im irakischen Abu Ghuraib. All dies sind keine Einzelereignisse, sondern strategische Mittel der Kriegsführung. Sie lösen als solche immer wieder weltweite Empörung aus. Trotz der internationalen Aufmerksamkeit werden Überlebende dieser Verbrechen jedoch allzu oft allein gelassen. Sie erhalten weder angemessene Unterstützung, noch erfahren sie eine Anerkennung des ihnen angetanen Unrechts. Im Gegenteil, sie werden politisch instrumentalisiert, gesellschaftlich stigmatisiert und so re-traumatisiert.Nach über 20 Jahren brachte eine Bosnierin ihre Erfahrungen mit Politik und Gesellschaft wie folgt auf...

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