Funaná aus Kap Verde

Von Werner Leiss

Um 1460 wurden die Vulkaninseln von in portugiesischen Diensten stehenden Seefahrern entdeckt und bald darauf besiedelt. Die Bevölkerung ist unterschiedlicher Herkunft und so ist es auch nicht verwunderlich, dass es sich mit den musikalischen Traditionen ebenso verhält. Bekannteste Sängerin war Cesária Évora, die sich der Morna verpflichtete, der populärsten, von Moll-Tonarten geprägten melancholischen Musikrichtung der Kapverden, die an den Fado erinnert. Auch Funaná hat gewisse Einflüsse aus Portugal.

Eben diesen Stil pflegte der 1940 auf der Insel Santiago geborene Kodé di Dona, der eigentlich Gregório Vaz hieß. Gespielt wird mit einem diatonischen Akkordeon, das von einem simplen Perkussionsinstrument begleitet wird. Ein Eisenstab und ein Küchenmesser, mehr braucht es nicht. Mit gebrochener Stimme wird über das Leben gesungen, das kein einfaches ist. Kodé di Dona starb 2010, hier handelt es sich um eine Neuauflage der erstmals 1996 bei Ocora, Radio France erschienenen CD. Das Begleitheft ist hervorragend ediert. Erklärungen zur Musik und die Liedtexte wurden auch ins Englische übersetzt.

Cap-Vert
Kodé di Dona
Ocora, Vertrieb: Lotus

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