Ganz schön öko-fair

Messen und Märkte mit Fokus aus Nachhaltigkeit, Design oder Upcycling sind österreichweit im Trend. Christina Schröder liefert einen Überblick.

Die Wearfair in Linz: Das ökofaire Angebot wächst.

WearFair+mehr in Linz, Fair Fair in Wien oder F(l)airmarkt in Gmunden: Ob Stadt oder Land – Messen und Märkte, die sich im Bereich Nachhaltigkeit positionieren, sprießen aus dem Boden.

Der Andrang ist groß: Rund 13.000 Menschen pilgern mittlerweile jährlich zur WearFair+mehr, der größten Messe ihrer Art, um sich mit öko-fairen Produkten aus den Bereichen Bekleidung, Kosmetik, Mobilität bis hin zu Lebensmitteln einzudecken. Das Angebot wuchs in den zehn Jahren ihres Bestehens kontinuierlich. Waren es anfangs 40, so werden heuer im Herbst 170 AusstellerInnen aus dem In- und Ausland ihr Angebot präsentieren. Für die Teilnahme müssen sie bei allen ausgestellten Produkten einen allgemeinen ökologischen und sozialen Mehrwert gegenüber gängigen Produkten nachweisen. Veranstaltet wird die Messe von den NGOs Südwind, Global2000 und Klimabündnis. Das Ziel ist es, mit der WearFair+mehr zu zeigen, auf wie vielen verschiedenen Ebenen es möglich ist nachhaltig zu leben. Wolfgang Pfoser, Geschäftsführer der WearFair+mehr bezeichnet die Messe gegenüber dem Südwind-Magazin in diesem Sinne als „gelebte Utopie, wie Wirtschaft in Zukunft nachhaltig funktionieren kann“.

Neben der WearFair+mehr haben sich weitere Messen etabliert, etwa die Biorama Fair Fair in Wien. Sie wurde vor mittlerweile fünf Jahren von den MacherInnen von Biorama, einem Magazin für nachhaltigen Lebensstil, initiiert. Das öko-faire Angebot, das von Mode bis Kulinarik reicht, wird von einem Rahmenprogramm begleitet, u.a. den Biorama-Talks, bei denen sich ExperterInnen aus dem Bereich austauschen.

Dass solche Veranstaltungen auch abseits größerer Städte funktionieren, haben zum Beispiel im Mai 29 AusstellerInnen und 500 BesucherInnen beim zweiten F(l)airmarkt in Gmunden in Oberösterreich gezeigt. Die Künstlerin und Organisatorin Eva Fernbach hat das Konzept des eintägigen Events, bei dem Selbstgemachtes und Umgestaltetes im Vordergrund steht, 2011 ursprünglich in Wien umgesetzt und es dann nach Gmunden mitgenommen, als sie dorthin zog.

Treffpunkte. Aber auch auf Messen, die sich selbst nicht als öko-faire Veranstaltungen positionieren, wie etwa Edelstoff oder Fesch’markt, werden Menschen fündig, denen Vielfalt statt Massenware ein Anliegen ist. Nicht zuletzt, weil die OrganisatorInnen dieser Messen unbekannteren und innovativen Labels und AnbieterInnen, die selber produzieren, eine Plattform geben. „Bei Edelstoff haben wir seit Anbeginn darauf geschaut auch kleine Unternehmen und Einzelpersonen für die Messe auszuwählen und damit auch Vielfalt für die Besucherinnen und Besucher zu schaffen“, so Sabine Hofstätter, eine der GründerInnen der Edelstoff. „Von den 150 Ausstellerinnen und Ausstellern haben wir immer ca. 50, die neu dabei sind.“ Die Produkte seien großteils von den AnbieterInnen selbst von Hand gefertigte Einzelstücke und vieles upgecycelt –  in heimischen Ateliers und Werkstätten.

Bei Messen wie  Edelstoff  oder auch den Fesch’märkten, die mittlerweile abwechselnd in Feldkirch, Graz, Linu und Wien stattfinden, ist der Nachweis öko-fairer Produktion zwar kein unbedingtes Kriterium. Aber die OrganisatorInnen kennen und schätzen das in den vergangenen Jahren wachsende Angebot öko-fairer Produkte der AusstellerInnen.

Und: Sie beobachten, dass sich bei Veranstaltungen wie den Fesch´märkten HerstellerInnen und KundInnen direkt miteinander austauschen und vielen AusstellerInnen dabei das Interesse an nachhaltigen Produkten klar wird: „Die, die produzieren und die, die kaufen, begegnen sich normalerweise nicht, besonders, wenn international agierende Unternehmen oder Händler zwischengeschaltet sind“, betont Stefanie Elias vom Fesch’markt-Team. „Bei uns am Messestand aber wird vielen die Nachfrage nach öko-fairen Produkten von Angesicht zu Angesicht vermittelt.“

So unterschiedlich sie auch auftreten, gemein haben diese Events das Bestreben nach Vielfalt, und die führt offenbar auf verschiedenen Wegen zu einer gewissen Nachhaltigkeit.

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