Historische Beispiele

Maßgebliche Beteiligung von bewaffneten Frauen an Konflikten seit der Neuzeit – ein Überblick

Widerstand gegen Conquista und Sklaverei (ca. 1499 - 19.Jh.)

  • Autochthone Frauen als Anführerinnen und Kämpferinnen gegen Konquistadoren und die SklavInnenhaltergesellschaft in den Amerikas, z.B.: Cacica Gaitana, Zulia.
  • Afrodeszendente Frauen kämpfen im Widerstand gegen die Sklaverei, z.B.: Cimarrona Polonia, Nanny of the Maroons (sie befreite über 800 SklavInnen).

Königreiche in Afrika/Asien (17. - 19.Jh.)

  • Weibliche Leibwache des afrikanischen Königreiches Dahomey (17. - 19.Jh.).
  • Frauenarmee in Phuket (heute Thailand) im 17. Jh.

Französische Revolution

  • Militante Feministinnen spielen in den 1790er Jahren eine wichtige Rolle, z.B. Pauline Léon, Claire Lacombe oder Thérogine de Mericourt. Sie fordern das Recht für Frauen, Waffen zu tragen, und 1793 eine Amazonenlegion.

Unabhängigkeits- und BürgerInnenkriege und -Revolutionen im 19. Jh.

  • In der Karibik (Haiti) und Lateinamerika sind Frauen essenzieller Bestandteil der Bewegungen und als Kämpferinnen und Anführerinnen ganzer Bataillone aktiv, z.B: Manuela Saénz, Juana Azurduy, mujeres cochabambinas.
  • Im Amerikanischen BürgerInnenkrieg kämpfen die Abolitionistinnen, z.B. Deborah Samson, Harriet Tubman und zahlreiche andere, auch als „Cross-Dresser“.
  • Im 19. Jahrhundert existiert die chinesische Frauenarmee von Hong Xiuquan vom „Himmlischen Reich des Großen Friedens“.

Revolutionen / BürgerInnenkriege / reguläre Armeen im 20.Jahrhundert

  • Frauen kämpfen als „Soldaderas“ in der Mexikanischen Revolution (1910-1920), bei den Truppen von Zapata und Villa, aber auch bei den anarchistischen Magonisten.
  • Während des „Langen Marsches auf China“ (1934) sind Frauen erheblicher Teil der chinesischen „Roten Armee“.
  • Im Spanischen BürgerInnenkrieg (1936- 1939) kämpfen viele Frauen in gemischt-geschlechtlichen Verbänden (z.B: POUM, internationale Brigaden) sowie in eigenen Frauen-Bataillons (mujeres libres) im antifaschistischen Widerstand gegen die Truppen Francos.

2. Weltkrieg (1939-1945)

  • Regimente in der Sowjetunion: ca. 800.000-1.000.000 Soldatinnen in der sowjetischen Armee als (bis jetzt) größter bekannter weiblichen Anteil innerhalb einer regulären Armee.
  • Partisaninnen/Widerstand während NS-Regime: Frauen in verschiedenen Widerstandsgruppen; laut Schätzungen kämpften allein Zehntausende in der französischen Résistance; viele bei PartisanInnen-Gruppen in zahlreichen Ländern (ca. 35. 000 in Italien, ca. 100.000 im ehemaligen Jugoslawien), jüdische Partisaninnen bei Aufständen in Ghettos und KZs.

Revolutionäre (Guerilla-)Bewegungen und Unabhängigkeitsbewegungen

  • Im Vorfeld der kubanischen Revolution sind Frauen aktiv, bei der Offensive der Guerilla 1958/59 auch Frauen beteiligt, es gab ein eigenes Frauenbataillon.
  • Im Vietnamkrieg kämpften auf Seiten des Vietkong an die 60.000 Frauen sowohl in gemischten als auch in rein weiblichen Einheiten.
  • Die Unabhängigkeitsbewegungen in Eritrea, Äthiopien oder Kenia haben eine hohe weibliche Beteiligung von ca. 30% bis 40%.
  • Revolutionen in Lateinamerika z.B.: Sendero Luminoso (Peru) 40%; FSLN / Frente Sandinista de Liberación Nacional (Nicaragua) 30%; FMLN / Frente de Liberación Nacional Farabundo Martí (El Salvador) 40% , Befreiungsarmee der EZLN in Chiapas.
  • Tamil Tigers in Sri Lanka: ca. 15. 000 KämpferInnen, ein Drittel der Gesamtstärke Frauen.
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