Nomadentum auf holprigen Wegen

Nach fünf Jahren als österreichische Botschafterin in der Mongolei zieht Irene Giner-Reichl eine Bilanz über die Entwicklung im zentralasiatischen Land.

Das Buch „Mongolia – Nomadic by Nature“ war es, das mir die Umweltministerin Oyunkhorol bei meinem Abschiedsbesuch als Botschafterin in der Mongolei im Juni 2017 überreichte. Sie war an jenem Tag sehr bedrückt, weil ausgedehnte Waldbrände große Schäden im ausgedörrten Land verursachten, das immer noch auf Frühlingsregen wartete.„Jede Mongolin, jeder Mongole, hier oder im Ausland, ist ein stolzer, moderner Nomade“, heißt es im Buch. Auch im jüngsten Kampf um das Präsidentenamt war das Nomadentum ein Thema. Alle Kandidaten unterstrichen ihr Mongol-Sein mit Patriotismus und Auftritten in traditioneller Gewandung, dem wadenlangen mantelähnlichen, breitgegürteten „deel“. Die mongolische Volkspartei vermittelte ihre Botschaften mit dem...

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