Rio + 20 + Österreich

Unter dem Titel „Gerechtigkeit in einer endlichen Welt“ bereiten in Österreich über 30 Umwelt- und Entwicklungsorganisationen die Öffentlichkeit auf den Gipfel in Brasiliens Hauptstadt vor.

Von Werner Hörtner
Kahlschlag in Amazonien, um Plantagen für den Export anzulegen.

Von der Sternwarte in Wien, Österreichs ältestem und zugleich modernstem Standort zur Beobachtung anderer Planeten, kann man seit über 100 Jahren ins Weltall blicken. Am 20. Februar versammelten sich hier Vertreter und Vertreterinnen zahlreicher zivilgesellschaftlicher Bewegungen und Organisationen, die ihren Blick auf unseren eigenen Planeten richten, und riefen die Initiative „Rio + 20 – Gerechtigkeit in einer endlichen Welt“ ins Leben.

„So wie bisher kann es nicht weiter gehen“, sagen die InitiatorInnen der Initiative. In den letzten zwei Jahrzehnten sind die globalen Probleme mit dem Klima, der Umweltzerstörung, dem Raubbau an nicht erneuerbaren Ressourcen weiter gewachsen. Die Mitgliedsorganisationen der neuen Initiative führen in ganz Österreich Veranstaltungen durch, um die Sensibilität der Bevölkerung für diese überlebensnotwendige Thematik zu verstärken: Diskussionen, Ausstellungen, Filmtage, Konferenzen. Im Mittelpunkt der Aktivitäten steht aber auch unsere Wirtschaftsweise, die nicht nur zu immensen Ungleichheiten in der Gegenwart geführt hat, sondern die auch das Leben zukünftiger Generationen gefährdet.

Im Vorfeld der Großkonferenz in Rio hat sich auch eine Plattform Jugend-Umwelt gebildet, kurz JUMP, die die Interessen der Jugend beim Erdgipfel vertreten will. „Ich will nicht auf andere warten, ich werde gleich lieber selbst aktiv“, so die 20-jährige Julia Baschinger, eine der Jump-AktivistInnen.

Indigene aus Brasilien in Österreich: Klimabündnis Österreich pflegt schon seit 20 Jahren eine enge Partnerschaft mit indigenen Gemeinschaften im nördlichen Amazonien, in der Region des Rio Negro. Bündnispartner ist die FOIRN, der Dachverband von über 90 indigenen Basisgruppen. Die dort lebenden 23 Völker verteilen sich auf hunderte kleine Siedlungen entlang der Flüsse.

Vom 16. April bis 5. Mai kommt Maximiliano Correa Menezes vom Volk der Tukano, Vizepräsident der FOIRN und zuständig für Bildung und Gesundheit, auf Besuch nach Österreich, Ungarn und in die Slowakei. Er wird begleitet von der Sozialanthropologin Camila Sobral Barra, Expertin für kulturell und ökologisch angepasste Entwicklung indigener Völker. Die Reise dient der gegenseitigen Information über die Umsetzung der gemeinsamen Ziele im Klima- und Regenwaldschutz.

Der Lebensraum der Völker am Rio Negro ist gegen Zugriffe von außen weitgehend geschützt: 1998 wurde eine Fläche von 110.000 km2 demarkiert, d.h. als indigenes Territorium offiziell anerkannt. In dieser Region werden nun zahlreiche Projekte zur nachhaltigen Nutzung des Regenwaldes sowie zur Vermittlung des traditionellen Wissens in der eigenen Sprache und des „fremden Wissens“ umgesetzt.

Weitere Infos zu den Rio + 20-Veranstaltungen in Österreich auf www.rioplus20.at und www.vamos-actnow.eu
Kontakt: julia.baschinger@klimabuendnis.at

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