Shakira

Mi. Fuchs-Gamböck, T. Schatz

Von Werner Hörtner

Biographie. Verlag Hannibal, Höfen in Tirol 2010, 223 Seiten, € 15,40

Was hat Shakira auf der Bücherseite des Südwind-Magazins zu tun? Eine leicht zu beantwortende Frage: Schließlich ist der Rezensent und Südwind-Redakteur ein Shakira-Fan, und außerdem ist die junge Dame neben Gabriel García Márquez die zweite weltberühmte Künstlerpersönlichkeit Kolumbiens …

Der Vater libanesischer Herkunft, die Mutter mit katalanischen Vorfahren. Ihre Geburtsstadt, die karibische Hafenmetropole Barranquilla, ist ein kultureller Schmelztiegel. In der Kindheit hatte sie trotz ihrer katholisch-christlichen Erziehung engen Kontakt mit der libanesischen Gemeinde und der arabischen Kultur.

Mehr als die Hälfte ihres 33-jährigen Lebens verbrachte die blond gefärbte, Hüften schwingende Kolumbianerin als Star. Mit acht Jahren beginnt das kleine Wunderkind Texte zu schreiben und zu vertonen, ab zehn öffentliche Auftritte, Teilnahme an Gesangswettbewerben, und mit 13 bereits der erste Plattenvertrag mit Sony. Neben dem Schulbesuch tritt die ehrgeizige junge Künstlerin auf Konzerten und Festivals auf, gewinnt die ersten Preise. Mit „Pies descalzos“ (barfuß), ihrer dritten CD, gelingt Shakira der große Durchbruch in Kolumbien und ganz Lateinamerika. Am 2. Februar 1996, ihrem 19. Geburtstag, stellt Shakira die CD in Los Angeles vor – und erobert in Windeseile ganz Nordamerika. Damit war nicht nur ein Star, sondern das „Phänomen“ Shakira geboren. Ihr berühmter Landsmann García Márquez schreibt ein berührendes Loblied auf seine fünf Jahrzehnte jüngere Künstlerkollegin.

Nun beginnt die Eroberung des Weltmarkts. Wofür sie ihr Outfit völlig verändert. Aus dem schwarzhaarigen, eher schüchternen, religiösen Mädchen wird ein blonder Vampir, der seine körperlichen Reize immer stärker zur Schau stellt. Der Weg zum globalen Mega-Star hat seinen Preis.

Mittlerweile wurden 75 Millionen Alben von Shakira verkauft, ihre Lieder werden auf der ganzen Welt gehört. Die Kolumbianerin gründete auch eine Kinderhilfsorganisation, doch die Erfolge ihrer sozialen Aktivitäten bleiben weit hinter denen ihrer künstlerischen Karriere zurück.
 

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