Heft 199911
Die neue Verfassung | |
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Als vierte Staatsgewalt soll die Ralf Leonhard Sieben Jahre Amtszeit und unmittelbare Wiederwahl des Präsidenten: Das sind vordergründig die wichtigsten Neuerungen, die die Verfassunggebende Versammlung anpeilt. Gegenüber dem in Lateinamerika traditionell verankerten Wiederwahlverbot, das Diktauren verhindern soll, erscheint das als Rückschritt. Unbestreitbar ist aber, daß Regierungen mit einer Perspektive von vier bis fünf Jahren sich als unfähig erwiesen haben, die Wirtschaftsstrukturen so umzugestalten, daß ...
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Vom Putschisten zum Friedensapostel | |
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Der neue Staatschef Venezuelas hat auf demokratischem Weg eine Machtfülle erreicht, um die ihn viele Amtskollegen in Lateinamerika beneiden. Die ersten Bewährungsproben hat er erstaunlich gut bestanden. Ralf Leonhard Hugo Chávez befindet sich in bester Gesellschaft: Das Konterfei des Präsidenten Venezuelas wird von den Straßenhändlern in Caracas zwischen Posters von Jesus Christus, Mahatma Gandhi und Simón Bolívar feilgeboten. Und es verkauft sich besser ...
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Ziegenmilch und Internet-Cafés | |
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Die immer noch vorwiegend agrarische Gesellschaft der Mongolei bemüht sich um einen sanften Aufbruch in die Moderne. Die Wiederentdeckung des Nachbarn China eröffnet der mongolischen Transformation neue Perspektiven. Günter Spreitzhofer Are you an independent traveller?" Der Frager nennt sich Mr. Bold und hat den Individualtourismus in Ulan Bator seit 1997 fest im Griff. Mit englischsprechenden Mitarbeitern an Bahnhöfen und Flughäfen, Internetadresse und einem Netz ...
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Land in Geiselhaft | |
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Seit vor neuen Jahren die UN-Sanktionen über den Irak verhängt wurden, fehlt es dort an allen lebensnotwendigen Dingen. Eine Lokalaugenschein von New Internationalist-Redakteurin Nikki van der Gaag Erzählen Sie mir nichts über die Menschenrechte", erklärt Nasra al-Sa'adoun streng. "Eure Auffassung davon ist mir zu einfach: Der Westen steht für das Gute und der Irak für das Schlechte. Ihr denkt, Ihr habt das Recht, Euch in unsere ...
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Ein Schritt zum Frieden | |
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Ende Oktober begann in Kolumbien endlich die erste Verhandlungsrunde zwischen Regierung und der größten Guerillaorganisation FARC Wermer Hörtner Fast schien es, als würde der vielzitierte Friedensprozeß im gewalttätigsten Land Amerikas enden, bevor er richtig begonnen hatte. Präsident Andrés Pastrana hatte schon in seiner Wahlkampagne und auch nach dem Amtsantritt im August des Vorjahres der Friedensagenda oberste Priorität eingeräumt. Doch die Aufnahme der Verhandlungen wurde ...
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Versuch einer Wende | |
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Algeriens Präsident Abdelaziz Bouteflika hat in seiner siebenmonatigen Amtszeit schon viele politische Veränderungen herbegeiführt. Ein Bericht von Axel Veiel. Axel Veiel Es mag ein wenig Spott mitklingen, wenn AlgerierInnen von der Bouteflika-Manie sprechen, der ihre Landsleute verfallen seien. Aber ganz falsch ist diese Einschätzung sicherlich nicht. Gemessen an den bleiernen Jahren, in denen der Terror raste und die Politik stillstand, legt dieser Präsident Abdelaziz ...
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Ho Chi Minh läßt grüßen | |
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Das höchste Wirtschaftswachstum Südostasiens, eine wachsende Kluft zwischen arm und reich sowie stark verschlechterte Lebensbedingungen für die armen Bevölkerungschichten: Das ist Vietnam knapp ein Vierteljahrhundert nach Kriegsende. Martin Bolkovac Wirtschaftliche Öffnung und Tourismusboom sind in der Innenstadt des ehemaligen Saigon unübersehbar. Italienische Eissalons, europäische Restaurants und Souvenirshops prägen das Straßenbild der 3,5 Millionen Menschen fassenden Metropole Ho-Chi-Minh-Stadt. "Onkel Ho", Staatsgründer und Namensgeber der 1975 ...
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Das Ende eines Tabus | |
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Bei der 9. Internationalen Anti-Korruptionskonferenz in Durban in Südafrika, erklärten sich auch elf afrikanische Staaten bereit, Iniatiativen gegen die Korruption zu starten. Kordula Dörfler Er sprach, als trage er die ganze Last seines Landes auf den Schultern. In etwas holprigem Englisch, gespickt mit blumigen Metaphern, trug Lev Timofev vor, was man von ihm erwartete. "Ich komme aus Rußland!" Als ob damit alles gesagt sei. ...
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Kräftig geschmiert | |
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Lesothos Riesenstaudamm: ein klassisches Beispiel für grenzüberschreitende Korruption. Kordula Dörfler Die Basuthos nennen sie das Dach der Welt, ihre mehr als 4.000 Meter hohen Berge. Und dort liegt auch der einzige Reichtum des Landes: Wasser. Unter anderem von Südafrika und der Weltbank finanziert, wird dort das größte Staudammprojekt Afrikas gebaut, um die Ballungsräume im benachbarten Südafrika mit Wasser zu versorgen. Der frühere Leiter ...
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