Heft 200603
TRAUMA - Jenseits von Worten und Erinnerung | |
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Gewalt wirkt lange nach: Sie hinterlässt Wunden Traumata in der Seele, die schwer oder gar nicht heilen. Ob im Entwicklungsbereich, der Menschenrechtsarbeit, Asylbetreuung oder Konfliktprävention die Einsicht wächst, dass diese Wunden spezielle Beachtung verlangen. Martina Kopf Der Bürgerkrieg in Nicaragua ist seit sechzehn Jahren vorbei. Für das schnelllebige Gedächtnis im Informationszeitalter ist er bereits Geschichte. Für die Weltöffentlichkeit ist das Land ...
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Die Wunde der Gewalt | |
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Martina Kopf Mit dem Tsunami ging vor einem Jahr ein Begriff durch alle Medien: psychisches Trauma. Kaum eine Zeitung, die nicht Fachleute aus Medizin und Psychologie zu Wort kommen ließ, um die psychischen Folgen einer solchen Katastrophe zu erläutern. Dies gilt nicht nur für unsere Breiten. Auch in Sri Lanka als einem der am meisten betroffenen Länder ist mit der Flutkatastrophe „Trauma“ zu einem ...
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Posttraumatische Belastungsstörung | |
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red Die Diagnose der posttraumatischen Belastungsstörung wurde 1980 von der Amerikanischen Psychiatrischen Assoziation (APA) in ihren Katalog aufgenommen. Sie beruhte vor allem auf Untersuchungen von Vietnamveteranen, deren psychische Leiden nicht nach den bisher bestehenden Diagnosemöglichkeiten eingeordnet werden konnten. Seit 1994 wird sie auch im Diagnosemanual ICD-10 der Weltgesundheitsorganisation WHO geführt, das in vielen Ländern für die psychiatrische und psychologische Diagnostik verwendet wird.Laut dem ...
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Buch- und Webtipps | |
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Judith Herman: Die Narben der Gewalt – Traumatische Erfahrungen verstehen und überwinden. Junfermann 2003; 400 Seiten, € 25Martina Kopf: Trauma und Literatur – Das Nicht-Erzählbare erzählen. Brandes & Apsel 2005; 216 Seiten, € 19,90Ruth Kronsteiner: Kultur und Migration in der Psychotherapie. Brandes & Apsel 2003; 448 Seiten, € 25medica mondiale (Hg.): Sexualisierte Kriegsgewalt und ihre Folgen – Handbuch zur Unterstützung traumatisierter Frauen ...
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Sonst sucht sich der Schmerz seinen Weg in dir | |
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Esther Mujawayo überlebte den Völkermord in Ruanda mit ihren drei Töchtern, ihr Ehemann und die meisten ihrer Angehörigen wurden getötet. Mit anderen Witwen gründete die ehemalige Oxfam-Mitarbeiterin die Hilfsorganisation Avega für überlebende Frauen und Kinder und machte eine Therapie-Ausbildung. In dem Auszug aus ihrem Buch Ein Leben mehr erzählt sie von der therapeutischen Arbeit bei Avega. Esther Mujawayo Das erste Zuhören, in der Therapie, ...
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Helfen, Abschied zu nehmen | |
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Sind Menschen, die vor Folter und Gewalt geflohen sind, in Österreich gut aufgehoben? Südwind-Redakteurin Martina Kopf sprach mit Marion Kremla vom Verein asylkoordination über die Bedeutung von Traumatisierung in der Asylpolitik, über Therapie und ihre Grenzen. Martina Kopf Südwind: Kann man ein psychisches Trauma simulieren?Marion Kremla: Nein. Eher wird Traumatisierung nicht erkannt, weil sich die Betroffenen so sehr bemühen, eine Fassade aufrecht zu erhalten. ...
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Asylrecht und Traumatisierung | |
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MaK Für Opfer von Folter und Gewalt sind in den EU-weiten Regelungen zum Asylverfahren Sonderbestimmungen vorgesehen. Nach der EU-Aufnahmerichtlinie haben die Mitgliedsstaaten dafür zu sorgen, dass Opfer von Folter und Gewalt „im Bedarfsfall die Behandlung erhalten, die für Schäden, die ihnen durch die genannten Handlungen zugefügt wurden, erforderlich ist“. Ihre Bedürfnisse sind im Verfahren, bei der Unterbringung und der medizinischen Versorgung besonders zu ...
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Wenn Hilfe hilflos macht | |
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Für manche HelferInnen kann der Auslandseinsatz selbst zu einem psychisch schwer belastenden Ereignis werden, besonders wenn sie mit Gewaltsituationen konfrontiert sind. Judith Brandner Nicaragua, Anfang 1999. Wenige Wochen zuvor hatte Hurrikan Mitch schwere Verwüstungen in dem Land hinterlassen, das zu den ärmsten der Welt gehört. Kay Stubbs, damals Mitarbeiterin des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) in Managua, begleitete als Dolmetscherin eine Journalistenreise. Der Inbegriff ...
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Barfüßige BeraterInnen | |
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Die österreichische Psychologin Barbara Preitler betreut in Sri Lanka ein Modellprojekt zur Ausbildung einheimischer Traumafachleute. Die Idee entstand bereits vor dem Tsunami, das Programm vereint Angehörige der wichtigsten ethnischen Gruppen. Judith Brandner Wie kann man traumatisierten Menschen in einem Land wie Sri Lanka helfen, in dem es so gut wie keine PsychiaterInnen gibt und in dem die psychosoziale Versorgung insgesamt im Argen liegt? Diese ...
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