Vom Ziegenhirten zum Wissenschaftler

Als Kind war Turoop Losenge aus dem Norden Kenias ein schlechter Hirte. Heute führt er als Universitätsprofessor ein Leben in zwei Welten, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Ein Porträt von Anja Bengelstorff.

Als Turoop Losenge nach sechs Stunden Autofahrt verstaubt und durchgeschüttelt in seinem Heimatdorf Ngeriyoi im Norden des Landes aus dem Jeep steigt, führt ihn sein Weg zuerst zum Kraal. Der Kraal ist ein Gehege für Ziegen und Schafe, in das die Tiere über Nacht zum Schutz vor Löwen und Hyänen gesperrt werden. Tiere sind der Lebensmittelpunkt, die Identität und der kostbarste Besitz für das halbnomadische Volk der Samburu im unterentwickelten Norden Kenias. Auch Losenge besitzt einige dieser Ziegen und Schafe. Aber er weiß weder, welche es sind noch wie viele. Für die Samburu ein Sakrileg. „Sie denken, ich bin nicht clever“,...

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