Antwort auf: „Kongos abgeriegelte Wälder"

Das Unternehmen Wildlife Works reagiert auf einen Artikel in unserem Dossier zu Flugverkehr.

Bitte gestatten Sie mir auf den Artikel „Kongos abgeriegelte Wälder“ zu antworten, der unser Waldschutzprojekt in der Demokratischen Republik Kongo (DRC) als „fragwürdige Initiative“ darstellt. Wir nehmen solche Anschuldigungen sehr ernst, denn ohne die Zusammenarbeit und Einwilligung der lokalen Bevölkerung sind gemeindebasierte Waldschutzprojekte wie unsere nicht möglich. Der Artikel stellt legitime Fragen zu einem unserer Projekte, jedoch bezieht er sich in der Beantwortung auf nicht genannte oder fragwürdige Quellen und unternimmt keinen erkennbaren Versuch die Realität vor Ort besser einzuschätzen. In Antwort auf die Kritik im Einzelnen:

1. Das Projektgebiet wird von einem Einschlagmoratorium geschützt und es besteht kein Risiko der Abholzung: Wir teilen die Hoffnung, dass Moratorien vor Abholzung schützen sollten. Leider ist das auch in DRC nicht der Fall. Seit dem Moratorium sind mehr als 20 neue Einschlagkonzessionen vergeben worden, 9 davon in 2020.

2. Das Projekt hat die Zivilgesellschaft nicht informiert und hält die gemachten Versprechen nicht ein: Der Artikel bezieht sich auf eine mehrere Jahre alte Studie, auf die wir bei Erscheinen direkt geantwortet haben, da sie sich nicht nur unwissenschaftlicher sondern leider auch kulturell unakzeptabler und unlauterer Mittel bediente. Wir stehen einem externen Monitoring nicht im Wege, doch wir bitten um respektvollen Umgang mit der lokalen Bevölkerung und wissenschaftliche Methoden, so dass die Ergebnisse verwendbar sind und wir alle davon lernen können. Bei Projektbeginn haben wir von jeder Gemeinde eine Einwilligungserklärung erhalten. Die Gemeinden entscheiden wie die Mittel verwendet werden. Bis heute haben wir über 20 Mio. US-Dollar in den Bau von Schulen, Krankenhäusern und Trinkwasserversorgung investiert. Die Kooperation wird jedes Jahr neu diskutiert und vorgelegt was für den Projekterfolg unbedingt erforderlich ist.

3. Der Artikel behauptet Kleinbauern wird Zugang zum Wald verweigert: Das Projekt hält die Bevölkerung nicht davon zurück in den Wald zu gehen. Die Sicherung der Nahrungsmittelversorgung ist eines der Hauptprojektziele. Dies ist keine einfache Aufgabe in einer Region, in der Mangelernährung und Kindersterblichkeit eine der höchsten ist weltweit.

Das Projekt unterstützt Kleinbauern bei der Diversifizierung und Umsetzung ertragsfoerdernder Anbaumethoden, die sowohl zur verbesserten Ernährung als auch zum Familieneinkommen beitragen.

4. Der Artikel behauptet, die Abholzung in dem Gebiet steigt: Der Artikel macht nicht deutlich, auf welche Quellen er sich bezieht und welche Effekte uns entgangen sind. Unser Projektmonitoring zeigt eine Stabilisierung des Waldbestandes und ein Ansteigen von Wildtier-Populationen, die bei steigender Abholzung undenkbar wären: Bonobos und Elefanten, Zentralafrikanische Adler und Riesen Pangoline sind in das Gebiet zurückgekehrt, die dort zum Teil seit über 10 Jahren nicht gesichtet wurden.

Es ist sehr einfach Initiativen wie unserer zu diffamieren. Viel schwieriger ist es im Rahmen der wirtschaftlichen und politischen Zwänge im Waldschutz Erfolge zu erzielen. Wir bitten um eine faire Berichterstattung.

Vielen Dank,

Anna Lehmann, Global Climate Policy Director, Wildlife Works

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