Heldin / Held des Monats

Paul Nähr

Hätte ich drei Wünsche für die Welt frei, wären das diese: mehr Geduld, Toleranz und Menschlichkeit von jedem einzelnen.

Das tue ich, damit die Welt ein bisschen mehr so wird, wie ich sie mir vorstelle: Ich bringe mich ein, wenn ich Situationen als ungerecht empfinde. Ich war gerade in Sri Lanka unterwegs, als ich gehört habe, dass Flüchtlinge in der Nähe meiner Wiener Wohnung auf der Durchreise ihre Tage und oft auch Nächte bei Regen auf der Straße verbringen müssen, obwohl die Pfarre daneben genug Platz hat. Ich habe dem Diakon ein langes und emotionales E-Mail geschrieben und gefragt, wie die Pfarre auf ihrer Website über Nächstenliebe schreiben kann und trotzdem Leute vor ihrer Türe lässt. Ein paar Tage später wurde die Pfarre geöffnet, und seit meiner Rückkehr engagiere ich mich dort.

Ich werde aktiv, wenn: mein Gerechtigkeitssinn aufschreit. Dann bin ich fast schon zum Handeln verpflichtet.

Mit einer Million Euro würde ich: zweierlei tun. Zum einen würde ich mir die Möglichkeit schaffen, etwas unabhängiger vom System und in gewissen Bereichen autark zu werden. Damit hätte ich mehr Handlungsspielraum und Freiheit. Und zweitens würde ich eine Art Plattform einrichten, um all jene unbekannten Initiativen und NGOs, die tolle Arbeit leisten, miteinander zu vernetzen und ihren Forderungen mehr Gewicht zu geben.

Ich ärgere mich schrecklich über: Unrecht und Intoleranz.

Wenn jemand zu mir sagt „Hat doch eh alles keinen Sinn“, sage ich: Jede nachhaltige Veränderung kann nur in vielen kleinen Schritten passieren.

Ein perfekter Tag für mich: ist ein Tag in der Natur mit einem nahestehenden Menschen.

Was sich endlich alle trauen sollten: Offen nach den eigenen Werten leben und handeln und nicht das Gefühl haben, sich eine Maske aufsetzen zu müssen.

Das rate ich Leuten, die etwas verändern möchten: Versucht, andere Leute zu inspirieren und zu begeistern. Es gibt ein afrikanisches Sprichwort, das es gut auf den Punkt bringt: „Wenn man schnell voran kommen möchte, geht man am besten alleine. Wenn man aber weit kommen möchte, geht man am besten zusammen.“ noh

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