Und wo ist die Oberschicht?

Von Klaus R. Kick
So wichtig und begruessenswert Ihre Beitraege sind: aber:
Etliche Milliarden Dollar scheffeln Kolumbiens - und Lateinamerikas - Reiche jedes Jahr auf Konten in den USA und in Europa. Und das ist nicht in erster Linie Drogengeld. Aber auch die oberen Mittelschichten schotten sich ab, schuetzen sich vor den Armen, nutzen sie sehr wohl fuer sich, fuer ihre Haushalte, fuer ihre Dienstleistungen.

90 % der Finanzierungen fuer Sozialprojekte kommen aus dem Ausland. Warum wohl? Fragen Sie mal nach, wer die SOS-Kinderdoerfer finanziert. Die Oberschicht Kolumbiens - und die von Peru, die von Ecuador, die von Chile, die von Brasilien, lacht sich schief ueber Ihre und unsere Anstrengungen fuer soziale Gerechtigkeit Warum zeigen Sie und thematisieren Sie nicht einige Bilder aus den hermetisch abgeschirmten Vierteln der Oberschicht in Bogota? Das sind ja nicht einige hundert, das sind etliche tausende, die da leben, und die erheblich zum sozialen Ausgleich beitragen koennten. Die, nicht wir, haben die politische und auch die kirchliche Elite auf ihrer Seite. Auslaendische Hilfswerke und persoenliches Engagement von Auslaendern stoeren da nur.

Offene Adern Lateinamerikas (Galeano)? Laengst sind andere, interne Mechanismen am zunehmenden Unrecht in Kolumbien und in seinen Nachbarlaendern ganz wesentlich beteiligt.

Die Deutsche Welle hat sich vor einigen Wochen in "Quadriga" erdreistet, eine bekannte kolumbianische Journalistin zu Wort kommen zu lassen, die sich abfaellig ueber angeblich abgeschlossene Reichenviertel in Frankfurt, Muenchen und Berlin ausliess, zu denen Tuerken und Latinos leider keinen Zugang haetten.
Es sollte mal ein Latino aus Bogota oder aus Lima versuchen, sich Zugang zu einem der Condominio-Viertel der Reichen in Bogota oder in Lima zu verschaffen. Er wuerde abgeschossen, binnen Sekunden.

Klaus R. Kick
Lima-Peru
freitas.kick@gmx.net

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