12 Years a Slave

Film

DVD, 134 Min. Drama von Steve McQueen

Solomon Northup (1808-1863) war ein Afroamerikaner, der als freier Bürger sein Leben in Bundesstaat New York verbringt. Bis er betrogen, entführt und versklavt wird. Northup landet auf Baumwollfeldern in Louisana. Es folgen zwölf Jahre der Folter, Erniedrigung und immer weniger Hoffnung.

Nachdem der Film „12 Years a Slave“ Anfang dieses Jahres in die Kinos kam, folgt nun die DVD. Eine Idee für trübe Herbstabende? Eher nein.

Klar, es ist wichtig, dass die Thematik für ein breites Publikum aufbereitet wird. Und der Film machte die kenianische Schauspielerin Lupita Nyong’o (für die Rolle der Sklavin „Patsey“ erhielt sie u.a. den Oscar als beste Nebendarstellerin) international bekannt. Mehr hat das mehrfach preisgekrönte Werk des Filmkünstlers Steve McQueen dann aber auch schon nicht mehr zu bieten. Vielleicht ist auch das genau das Problem: die immensen Erwartungen an den Film.

Zu uninnovativ kommt das 134-Minuten-Epos daher. Zu sehr werden einzelne Charaktere zu Helden und Bösewichten, in klischeehafter Hollywood-Manier: Northup (Chiwetel Ejiofor) mutiert zum „Supersklaven“, der an Intelligenz, Kreativität und Ausdauer seine LeidensgenossInnen überstrahlt. Der böse Sklavenhalter Edwin Epps (Michael Fassbender) hingegen ist so ein durchgedrehter Südstaatler, dass er seine „moderateren“ Sklavenhalter-Kollegen als Humanisten erscheinen lässt. Autsch! Auch Informationen, wie das System der Sklaverei funktionierte, vermittelt der Film zu wenig.

Hollywood bleibt in diesem Fall Hollywood. Schade, eine vergebene Chance. 
Richard Solder

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