35 Jahre Südwind-Magazin

1979

Am 11.Oktober 1979 erscheint die erste Ausgabe der EPN, der Entwicklungspolitischen Nachrichten, der Vorläuferzeitschrift des Südwind-Magazins.

Es ist ein weltbewegendes Jahr:
Diktatoren stürzen („Kaiser“ Bokassa von Zentralafrika und Idi Amin in Uganda). In Nicaragua siegt die sandinistische Revolution. In Iran ruft Ayatollah Khomeini die Islamische Republik aus. Im Irak kommt Saddam Hussein an die Macht.
Margaret Thatcher wird britische Premierministerin, Simbabwe erlangt die Unabhängigkeit.
Sowjetische Truppen landen in Kabul.

19/1980 Redaktionszivildiener Armin Thurnher setzt das erste farbige Cover durch.

 

1/1985: EPN-Redaktionsversammlung nach der Beschlussfassung des neuen EPN-Konzeptes. Sitzend von links: Bernd Sibitz, Christoph Gütermann, Hermann Klosius, Helmuth Hartmeyer, Romana Pfeiffer-Turk, Manfred Nowak, Adalbert Krims. Stehend von links: Kurz Einzinger und die Redakteure Walter Sauer, Stefan Schennach, und Brigitte Pilz. Bereits unterwegs und daher nicht mehr im Bild: Martin Jäggle und Brita Neuhold.

 

 

9/1990: Das EPN-Team (v.l.n.r.) stehend: Brigitte Pilz, Ulrike Lunacek, Irmgard Kirchner, Franziska Kasper (Satz).  Zu Füßen: Herbert Langthaler (Archiv), Werner Hörtner, Hermann Klosius (Werbung).
Mit dem Eintritt von Kirchner und Hörtner ist Lunacek die Dienstälteste unter den drei angestellten RedakteurInnen.

Bis 1992 dominiert die Schreibmaschine den Redaktionsalltag. Dann wird der erste Computer (einer für alle) angeschafft.

Politisch korrekt

Bereits 1993 streiten Elisabeth Morawek und Erich Möchel über das Binnen I.

 

Dauerbrenner Entwicklungszusammenarbeit

Kritik an der chronischen Unterdotierung dieses Politikbereiches zieht sich wie ein roter Faden durch die Berichterstattung. Im Jahr 1999 wird dem Thema gar die Sonderausgabe 12A mit dem Titel. „Insel der Geizigen – EZA im freien Fall“ gewidmet. Stets kritischer Kommentator ist ­Martin Jäggle, Herausgebervertreter der ersten Stunde. Das Südwind-Magazin wird dennoch durch die Jahre verlässlich von der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit gefördert.

 

 

 

 

 

„Die Seele des Südwind-Magazins sind die MitarbeiterInnen“ (Brigitte Pilz, Herausgebervertreterin und langjährige Südwind-Redakteurin). Und hier arbeiten bereits zwei Generationen miteinander.

 

Werner Hörtner (seit 2013 im Unruhestand) ist seit der ersten Ausgabe 1979 dabei.

 

 

 

 

Nora Holzmann (Redakteurin seit 2012, Bild links) wurde in diesem Jahr erst geboren.

 

 

 

Einige arbeiten hinter den Kulissen des sichtbaren Heftes, wie Verlagsleiter Rupert Helm oder Regina Webhofer, die für das Marketing des Südwind-Magazins zuständig ist.

 

 

"Der Reichtum des Südwind-Magazins sind die freien MitarbeiterInnen und KorrespondentInnen“ (Chefredakteurin Irmgard Kirchner).

Manche begleiten uns seit vielen Jahren, wie Ralf Leonhard, Robert Lessmann, Brigitte Voykowitsch, Erhard Stackl (seit 2010 ehrenamtlicher Herausgebervertreter), Sven Hansen, Rudi Lindorfer, Robert Poth, Christian Felber, Dominic Johnson, ­Katrin Gänsler … und viele mehr. Manche geben nur ein kurzes Gastspiel wie Karim El-Gawhary (März 1994 über die Al-Azhar-Universität in Kairo) oder Corinna Milborn, die 2003 (Ausgabe Oktober) über die WTO-Konferenz in Cancún berichtete. Im April 1999 interviewt der „freie Journalist und Übersetzer“ Christian Felber den Generalsekretär der ein Jahr zuvor in Frankreich gegründeten Organisation ATTAC, Christoph Aguiton.

1989

Fall des Eisernen Vorhangs.
Massaker auf dem „Platz des Himmlischen Friedens“ in Peking, China.

 

 

 

 

 

 

1994

Aufstand der ZapatistInnen in Chiapas/Mexiko.

 

 

 

New Internationalist

Die Partnerschaft mit der renommierten Zeitschrift aus Oxford (GB) beschert dem Südwind-Magazin seit 1996 Aufsehen erregende Themen. Von Klassengesellschaft (1996) über Ozeane (1999) bis Organhandel (2014). Das Thema Plastik (2008) rüttelt Südwind-LeserInnen schon ein Jahr vor Werner Bootes Film „Plastic Planet“ auf.

Dürfer, Merker, Weltenwanderer & Co.

Damals-noch-Journalist Wolfgang Kos und Albert Hosp geben zwischen 1997 und 2001 ihre Empfehlungen für Weltmusik ab.
Die Schriftsteller Erich Hackl („Der Dürfer“ 2002) und Karl-Markus Gauss („Der Merker“ 2005) schreiben im Südwind-Magazin Kolumnen.
Im Jahr 2004 spricht in der Redaktion „ein bemerkenswerter junger Mann mit einer aufregenden Idee“ (SWM 3/2004, S.4) vor. Gregor Sieböck bekommt vom Südwind-Magazin für seine Kolumne den Namen „Weltenwanderer“, unter dem er bis heute erfolgreich in verschiedenen Bereichen wandert.

Persönlichkeiten

1989 interviewt Robert Lessmann die blutjunge „Aktivistin und Radikalökologin“ Vandana Shiva.
1995 berichtet Lessmann von der „erstmaligen Teilnahme eines Vertreters der Koka-Bauern“ (Evo Morales) als Gast der UN-Drogenkommission in Wien.
2009 erzählt Morales, seit 2006 Präsident Boliviens, im Südwind-Exklusiv-Interview: „Als ich Mitte der 1990er Jahre als Bauernführer nach Wien kam, wollte man mich bei den Vereinten Nationen gar nicht reinlassen.“
1985 spricht Erich Hackl mit der guatemaltekischen Menschenrechtsaktivistin Rigoberta Menchú, die sich einen Tag in Wien aufhält (12/85). 1990 kommt Menchú auf Einladung mehrerer NGOs nach Österreich. Werner Hörtner führt mit ihr ein ausführliches Interview. 1992 erhält Rigoberta Menchú den Friedensnobelpreis.
Brigitte Pilz porträtiert in der Ausgabe 2/86 das Greenbelt-Movement und seine Initiatorin Wangari Maathai aus Kenia. 2004 erhält Maathai den Friedensnobelpreis.

 

2000

Richard Solder (Redakteur seit 2013) legt die mündliche Latein-Matura zu den Texten Bartolomé de las Casas ab.

2001

Das erste Weltsozialforum in Porto Alegre findet statt (Bericht im März 2001).

Die 19-jährige Christina Bell ist tief beeindruckt von der Lektüre „Bewohnte Frau“ von Gioconda Belli. Zwölf Jahre später wird sie als Südwind-Redakteurin ihr Idol von damals interviewen.

 

 

Karrieren

Manche sind schon international prominent, als sie im Südwind-Magazin als AutorInnen oder InterviewpartnerInnen auftauchen: Wole Soyinka, Doris Lessing (Cover 1-2/94), Joseph Ki-Zerbo (Cover 9/96), Eduardo Galeano, Ernesto Cardenal
Andere werden es erst. 1988 kritisiert Manfred Nowak, der spätere UN-Sonderberichterstatter für Folter, Österreichs Asylpolitik.
1989 wird Ulrike Lunacek, heute Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, Redakteurin des Südwind-Magazins.

 

Ausgezeichnet

Südwind-AutorInnen wurden vielfach ausgezeichnet. 2003 ist das gesamte Magazin unter den Claus ­Gatterer-PreisträgerInnen: als „hervorragendes Beispiel, wie seriös und zugleich kritisch über das Problem der Globalisierung geschrieben werden kann“.

SÜDWIND-Chefredakteurin Irmgard Kirchner (rechts) nimmt vom Chef des Journalistenclubs Fred ­Thurnheim (links) die Urkunde entgegen.

 

Hier gibt's die beiden Magazin-Seiten in der Print-Version als pdf: 35 Jahre Südwind-Magazin.

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