Der Weltenwanderer

Von Gregor Sieböck
Nachhaltig reisen. Auf meiner Wanderung nach Tokio versuche ich, meinen ökologischen Fußabdruck so gering wie möglich zu halten, was allerdings nicht immer einfach ist. So wollte ich zum Beispiel den Atlantik mit dem Schiff überqueren, doch Frachtschiffreisen sind sehr teuer geworden und so musste ich gezwungenermaßen fliegen. Flugreisen sind aber aufgrund des hohen CO2-Ausstosses und Energieverbrauchs äußerst umweltschädlich und somit unvereinbar mit meinem Umweltbewusstsein. Nach langem Suchen fand ich in den USA ein Reisebüro, das CO2-Zertifikate für Flugreisen anbietet. Jeder Reisende kann dort gegen einen geringen Beitrag den Kohlenstoffdioxidausstoß des Fluges kompensieren, wobei das Geld in lokale Energiesparprojekte investiert wird.

Auch bei meiner Ausrüstung legte ich besonderen Wert auf Umweltaspekte: die Kleidung ist von einem Sportartikelhersteller, der nur ökologische Baumwolle verwendet, Fleecejacken aus Recyclingflaschen erzeugt und ein Prozent des Jahresumsatzes für Umweltprojekte spendet. Die Schuhe wurden lokal in Österreich erzeugt. Ich kann sie reparieren lassen: so ist ein Paar immer in der Schuhwerkstatt und mit dem anderen Paar bin ich unterwegs; nach 3.000 Kilometern wird gewechselt. Auf meinem Rucksack habe ich ein kleines Solarladegerät angebracht, und wenn es auf der Carretera Austral gerade mal nicht regnet, lade ich damit die Batterien für Radio und Lampe auf. Unterwegs versuche ich, mich in die lokale Gesellschaft und Umwelt einzugliedern. Möglichkeiten für ein umweltbewussteres Reisen gibt es also genug; wichtig ist es, ganz einfach den ersten Schritt zu setzen, aber das ist ja bei meiner Reise zu Fuß immer notwendig.

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