Der Weltenwanderer

Von Gregor Sieböck
Bis vor einigen Jahren hatte die Bevölkerung im ecuadorianischen Amazonastiefland wenige Möglichkeiten, der Armut zu entfliehen: Abholzung des Regenwaldes, Schmuggel mit den kolumbianischen Nachbarn oder Verkauf der Landrechte an gierige Minen- und Mineralölkonzerne. Keine der Alternativen bedeutete aber einen wahren Ausweg aus der Misere: vielmehr schafften sie nur mehr Abhängigkeit. Ende der 1990er Jahre wurde dann das Kallari-Projekt gegründet: Familien wurden angeregt, Produkte in traditioneller Handarbeit herzustellen und biologischen Kakao und Kaffee anzubauen. Seither können sie ihre Produkte zu gerechten Preisen verkaufen.
Kallari bedeutet „alt“ in der traditionellen Quechua-Sprache. Die Kooperative erhöhte die Einkommen der Bauern um über 30%, indem nicht nur qualitativ hochwertigerer Kaffee und Kakao angebaut wird, sondern die Bevölkerung auch wieder lernte, ihre traditionelle Handwerkskunst auszuüben. Nun werden die Produkte direkt in den USA und Europa vermarktet und so hat die Urwaldbevölkerung Dank der bewussten KonsumentInnen in Übersee ein sicheres Einkommen.

Bei Verkauf eines Hartholz-Urwaldriesen konnte eine Familie eines ihrer Kinder in die Schule schicken. Jeder war sich der negativen Konsequenzen der Abholzung des Regenwaldes bewusst, aber wenn die Wahl zwischen der Schulbildung für die eigenen Kinder und dem Baum bestand, war die Wahl klar. Um den Regenwald zu schützen, muss der Bevölkerung ein sicheres Einkommen ermöglicht werden. Kallari zeigte einen Ausweg aus diesem Dilemma - und wieder einmal liegt die Entscheidung bei uns KonsumentInnen. Ohne unsere Unterstützung würde wohl die Wahl weiterhin eindeutig sein: Baum fällen!

www.globalchange.at
Infos über Kallari unter: www.kallari.com

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