Liebe Südwind-Redaktion!

Als in Kenia 2007 die Unruhen nach den Wahlen stattfanden, wollte ich mehr darüber erfahren, welche Rolle Frauen in den gewalttätigen Ausschreitungen spielen, und wie ich Frauen in der Friedensarbeit einsetzen könnte.

Zu der Zeit war ich in Nairobi. Ich hielt immer Kontakt mit den Menschen in den Dörfern. Ich lud das Handyguthaben der Leute immer wieder auf, damit sie uns auch weiterhin anrufen , um uns zu erzählen, was vor Ort geschieht. Ich rief die Polizei an, damit sie etwas unternimmt. Und ich rief auch meine KollegInnen in den Dörfern an, um mit ihnen zu besprechen, wie sie in Konfliktsituationen handeln könnten, um sicher in die Flüchtlingscamps zu gelangen.

Dann lernte ich Cecilia kennen. Sie ist eine alleinerziehende Mutter von zwei Kindern. Ihre Heimat ist Eldoret, der Hotspot der Konflikte in Kenia. Sie gehört zu den wenigen Frauen, die nicht geflohen sind. Sie wollte nicht, dass das Haus ihres Vaters niedergebrannt würde. Zusammen mit den Männern patrouillierte sie durchs Dorf. Wenn jemand die Hoffnung verlor, dann tröstete sie ihn, indem sie ein dampfendes Essen vor ihn stellte und Geschichten erzählte. Um sie herum wurden die Häuser zerstört und die Nacht war hell erleuchtet von den brennenden Feldern. Doch ihr Haus wurde nicht zerstört, da die Angreifer wussten, dass dort die Leute zusammenhielten.

Heute läuft Cecilias Leben wieder in den gewohnten Bahnen. Sie unterrichtet in einer Schule für Krankenschwestern.
Das sind die berührenden und starken Frauen meines Landes, die mir helfen, immer weiter für die Menschenrechte in Kenia zu arbeiten.

Liebe Grüße
Beatrice Kamau
aus Nairobi, Kenia

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