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Kolumbien steht bei TouristInnen höher im Kurs denn je. Häufigster Ausgangspunkt ist Bogotá, genauer: das Kolonialviertel La Candelaria. 1990 ist dort „Platypus“ entstanden, die erste Unterkunft für Rucksackreisende. Damals wie heute gibt der polyglotte Hausherr Germán Escobar Tipps für alle Lebenslagen. Wegen intimer Kenntnis seines Heimatlandes und vor allem seiner schier unendlichen Hilfsbereitschaft ist er eine ideale Anlaufstelle für alle, die sich dem Andenland zum ersten Mal nähern.

Dank Mund-zu-Mund-Propaganda und Internetforen ist sein unscheinbares Hotelchen fast immer ausgebucht, und um die Ecke ist vor ein paar Jahren für gehobene Ansprüche das „Casa Platypus“ hinzugekommen. Auch dort kümmert sich Escobar persönlich um das Wohl seiner Gäste – der „Papa der Backpacker“, wie ihn die Tageszeitung „El Tiempo“ neulich treffend genannt hat.

Inzwischen ist der Pionier längst nicht mehr allein, gut 40 kleine Hotels gibt es allein in der Candelaria. Auch wenn in etlichen abgelegenen Landesteilen noch kein Ende des jahrzehntelangen Bürgerkriegs in Sicht ist: In den Hauptreisegebieten in den Anden, am Amazonas oder in der Karibik ist die Sicherheitslage entspannt, die Regierung kann guten Gewissens aufwändige Werbekampagnen fahren. „Doch die zielen auf die Neckermänner“, sagt Escobar, vom Pauschaltourismus hätten die einfachen Kolumbianer kaum etwas.

„Kolumbien ist ein ideales Pflaster für Individual-, Bildungs- und vor allem Ökotouristen“, findet er zu Recht, politische Gewalt und das entsprechend miserable Image seien eben nur ein Teil der Wirklichkeit.
Gerhard Dilger

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