Fakten

Mikel Lezamiz (re. ) und Inaki Legarda-Ereno von der Mondragón-Führungsriege haben gut lachen: Das spanische Baskenland, wo die riesige Genossenschaft ihren Sitz hat, steht in Zeiten der Krise wirtschaftlich besser da als der Rest des Landes.

Wie Genossenschaften eine bessere Welt schaffen

2012 wurde von den Vereinten Nationen zum Internationalen Jahr der Genossenschaften erklärt. Der Zeitpunkt hätte besser nicht sein können: Genossenschaften ermöglichen eine Wirtschaftsweise, bei der die Gewinne allen Mitgliedern zugutekommen und nicht bloß einer kleinen Gruppe von EigentümerInnen.


Die 300 größten Genossenschaften der Welt

2008 belief sich der Umsatz der 300 größten Genossenschaften (inkl. Gesellschaften auf Gegenseitigkeit) der Welt auf 1.600 Mrd. US-Dollar, was etwa dem Bruttoinlandsprodukt Spaniens entsprach.

 

Umsätze der 300 größten Genossenschaften/Gesellschaften auf Gegenseitigkeit nach Wirtschaftssektoren (2008 in Mrd. Dollar)


Genossenschaftstypen

  • Einkauf: Kleinere Unternehmen und Selbständige in allen möglichen Branchen, die sich zusammenschließen, um günstigere Einkaufspreise zu erhalten.
  • Vermarktung: Unabhängige ProduzentInnen, vor allem in der Landwirtschaft, verkaufen ihre Erzeugnisse über ein gemeinsames Vermarktungsunternehmen.
  • Produktion: Gemeinsame Erzeugung von Gütern und Dienstleistungen in Landwirtschaft, Gewerbe oder Industrie, Kleinunternehmen wie Handwerksbetrieben, Druckshops oder Kindertagesstätten.
  • Konsum/Einzelhandel: Bereitstellung von Gütern und Dienstleistungen für die Mitglieder. Unternehmen in jeder Größenordnung, von kleinen Lebensmittelkooperativen bis hin zu Supermarktketten und Wohnbaugenossenschaften.
  • Finanzdienstleistungen: Genossenschaftsbanken und Versicherungsgesellschaften bzw. Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit, die praktisch alle Bank- und Versicherungsdienstleistungen anbieten.

 

Die zehn größten Genossenschaften/Gesellschaften auf Gegenseitigkeit nach Umsatz (2008)

Arbeitsplätze

Zahl der von Genossenschaften weltweit generierten Arbeitsplätze: 100 Millionen – 20% mehr als von multinationalen Konzernen.

USA: 2,000.000
Frankreich: 1,000.000
Indonesien: 288.500
Kenia: 250.000
Argentinien: 233.000

Mitglieder in Zahlen

Mitglieder von Genossenschaften inkl. Gesellschaften auf Gegenseitigkeit weltweit: 1 Milliarde.
Genossenschaften sind attraktiv, weil sie als Alternative zur Unsicherheit und Ungleichheit betrachtet werden, die mit einem ungezügelten Kapitalismus einhergehen.

Mitglieder in % der Bevölkerung

Kanada: 25%
Bolivien: 33%
Norwegen: 42%
Österreich: 39,3% (2010)

Wirtschaftliche Macht

Genossenschaften sind ein ernstzunehmender wirtschaftlicher Machtfaktor.

  • Dänemark: Auf Konsumgenossenschaften entfallen 36,4% der Einzelhandelsumsätze.
  • Japan: Landwirtschaftliche Genossenschaften erzeugen jährlich Produkte im Wert von 90 Mrd. Dollar.
  • Vietnam: Genossenschaften erwirtschaften 8,6% des Bruttoinlandsprodukts.
  • Australien: Der Umsatz der 100 größten Genossenschaften beträgt 14,7 Mrd. Dollar.

 

Quellen: Global300 Report 2011 – http://global300.coop; siehe auch Statistiken der International Co-operative Alliance: www.ica.coop/coop/statistics.htmlund Co-operatives Australia (www.australia.coop/ca/).

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