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„Ich kaufe, also bin ich.“ Viel treffender kann man das Lebensmotto der Bangkoker Gesellschaft wohl nicht beschreiben. Die Stadt, deren Zentrum eine unerreichte Dichte an Shopping Malls aufweist, liebt den schönen Schein. Eine Ausgeburt der Dekadenz ist das Luxus-Haus Siam Paragon, wo im 3. Stock Maserati, Ferrari & Co. auf neue BesitzerInnen warten. Zugegriffen wird allerdings eher im Elektroniktempel MBK, wo der Platz mit tausenden Mini-Verkaufsbuden mindestens genauso effizient ausgefüllt wird wie in einer Ryan Air-Maschine – mit dem Unterschied, dass die Ausgänge nicht so gut gekennzeichnet sind. Wochenends pilgert knapp eine halbe Million Menschen in den Chatuchak Market, einen der größten Märkte der Welt, wo man von der Antiquität über den neuen Hund bis zu Socken alles erstehen kann.

In den letzten Monaten wurde sehr politisch geshoppt. Im Zuge der „Shutdown-Bangkok“-Proteste haben sämtliche StraßenhändlerInnen der Stadt umgesattelt und verkaufen T-Shirts, Trillerpfeifen, Haarmaschen und andere Gimmicks in den Farben der Nationalflagge, dem Symbol der Protestbewegung.

Einzig die Proteste sind es auch, die das Shoppen kurzzeitig zum Stillstand bringen können. Denn eigentlich ist nicht mal der höchste Feiertag, der Geburtstag des Königs, ein Grund, den Laden dicht zu machen. Kurz davor allerdings, als die Ausschreitungen ein wenig eskalierten, wurden die zentralen Malls aus Angst vor Gewaltakten geschlossen. Verständlich, ging 2010 im Central World doch eine Bombe hoch. An einem viel wunderen Punkt hätte man die BewohnerInnen Bangkoks kaum treffen können.
Barbara Janker

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