Als Buddha den Fussball entdeckte

Von Redaktion ·

Was passiert, wenn in einem tibetischen Kloster unter den Novizen der Fussballwahn ausbricht und der Gang ins Dorf zum Fernseher, wo gerade die Fussball-WM übertragen wird, verboten ist?

Die Rahmenhandlung basiert auf wahren Gegebenheiten, und alles andere ist noch authentischer: Der Spielort, das Kloster Chokling im indischen Teil des Himalaya, die mönchischen Darsteller einschließlich dem Abt Khempo, die sich alle selbst spielen und von denen niemand auch nur die geringste Schauspielerfahrung hatte, und auch die Sprache – es ist der erste abendfüllende Spielfilm in Tibetisch.

Ein Film der Superlative in vielfacher Hinsicht. Um den Film zu drehen, musste die gesamte Klostergemeinschaft zwei Monate lang ihre strengen Regeln ausser Kraft setzen. Der Regisseur, der Bhutaner Khyentse Norbu, ist selbst ein bedeutender Lama des tibetischen Buddhismus, der sich schon als Jugendlicher für die Möglichkeiten des Films begeisterte. Seine kinematographische Ausbildung besteht hauptsächlich im Anschauen von Filmen.

„Spiel der Götter“ ist – nach zwei dokumentarischen Kurzfilmen – der erste Spielfilm des autodidaktischen Regisseurs und Lama-Gelehrten. Für Khyentse Norbu dreht es sich darum, bestimmte Lebensformen seiner Heimat, wie etwa das Klosterleben oder das Leben in einem Gebirgsdorf, zu porträtieren. „Ich habe keinerlei Anliegen, den Buddhismus zu propagieren oder der Welt zu zeigen, wie die Situation der Tibeter im Augenblick ist … Ich möchte der Welt erklären, dass Mönche auch nur Menschen sind.“

Der Film „Spiel der Götter“ lief in der dritten Februarwoche in Wien (Votiv, Metro, Flotten), Graz (Geidorf) und Linz (City, Moviemento) an.

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