Alternativ mit kleinem Budget

Die UNO setzt auf alternative Entwicklung, die USA propagieren eine harte Gangart.

Von Robert Lessmann
Die internationale Drogenkontrolle wird von drei UN-Konventionen geregelt. Die Drogen-Einheitskonvention von 1961 katalogisiert die fraglichen Substanzen und schreibt unterschiedlich strenge Kontrollmechanismen vor. Man spricht deshalb besser von kontrollierten Substanzen als von illegalen Drogen, denn mit einigen gibt es durchaus einen legalen Verkehr: Man denke nur an Opiate für Schmerzmittel. Zur Kontingentierung und Überwachung wurde der Internationale Suchtstoffkontrollrat (INCB) mit Sitz in Wien gegründet.

Diese Einheitskonvention wurde 1972 durch eine weitere über psychotrope Substanzen (wie LSD, Amphetamine, Barbiturate) ergänzt. Die Wiener Konvention von 1988 widmete sich schließlich vor allem Maßnahmen im Kampf gegen den illegalen Drogenhandel: Bekämpfung der Geldwäsche, Beschlagnahmen, gegenseitige Rechtshilfe und Auslieferung von Drogenstraftätern.

Das Drogenkontrollprogramm der Vereinten Nationen (UNDCP) hilft den Staaten bei der Umsetzung dieser Konventionen. Im Vordergrund stehen dabei Programme der sogenannten alternativen Entwicklung, mit denen versucht wird, in ärmeren Ländern Alternativen zur Drogenwirtschaft zu schaffen.

Österreich fördert seit 1997 ein solches UNDCP-Projekt der alternativen Entwicklung in der Kokaanbauregion des Chapare in Bolivien.

Das Budget des Drogenkontrollprogramms der Vereinten Nationen (UNDCP) lag 1998 bei 60,3 Mio. US$; das entspricht 0,35% des Drogenbekämpfungs-Bundesbudgets der USA (17 Mrd. US$) und rund einem Viertel dessen, was alleine dem für auswärtige Initiativen zuständigen Bureau for International Narcotics and Law Enforcement Affairs des US-Außenministeriums im letzten Jahr zur Verfügung stand, nämlich 230 Mio. US$.

Dessen vornehmlich repressive Strategien bestimmen das Bild: Besprühung von Kokafeldern mit Pflanzengift aus der Luft, Abschuß unidentifizierter verdächtiger Kleinflugzeuge in Peru, Maßnahmen der Zwangsvernichtung von Feldern in Bolivien. Diese Politik ruft vielfach die Gegnerschaft der Bauern hervor, was den Erfolg der alternativen Entwicklung und die Nachhaltigkeit der Reduzierung gefährdet.

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