Andrew Henry Martin Scholtz: Vatmaar

Von Christine Zeiner ·

Aus dem Afrikaans von Arnold Blumer. Verlag Luchterhand, München 2001, 414 Seiten, € 10,77.

„Ich werde eine Geschichte von den braunen Menschen aus Südafrika erzählen.“ So beginnt Vatmaar, der erste auf Afrikaans verfasste Roman über einen Farbigen.
Im südafrikanischen Burenkrieg am Ende des 19. Jahrhunderts gibt es keine Arbeit außer Kriegsarbeit. Die Mischlinge sind gezwungen, den Engländern im blutigen Kampf gegen die Buren beizustehen. Nachdem die Briten gesiegt und die Farbigen ausgeplündert haben, heiratet der Korporal Lewis die Schwarze Ruth. „Opa“ Lewis und die Farbigen Onkel Chai und Ta Vuurmaak errichten die Ansiedlung Vatmaar, das im Gegensatz zum vier Meilen entfernten Du Toitspan keine Wasserhähne, keine Telefonmasten und kein elektrisches Licht hat. „Vatmaar war arm, und trotzdem kannten wir keine Armut“.
Die Geschichten des Dorfes und seiner BewohnerInnen werden jeweils aus persönlicher Sicht erzählt. Die Episoden wurden mündlich überliefert und handeln von Geburt, Liebe, Heirat, Krieg und Tod. Die von Mary etwa, die als junges Mädchen vom Vater verstoßen wird, weil sie schwanger ist, ist eine Geschichte von Gewalt, Religion und positiver Wende. Es kommen durchwegs die einfachen Menschen zu Wort, jene, denen bisher keine Beachtung geschenkt wurde.
Andrew Henry Martin Scholtz wurde am 28. Juli 1923 in Kimberley geboren und begann erst in seiner Pension zu schreiben. Sein Debütroman Vatmaar, der manchmal vielleicht etwas naiv wirkt, besteht wie ein Puzzle aus vielen Teilen. Sie zaubern den Leser in eine andere Welt. Themen wie Gewalt, Krieg und Tod verhindern aber einen allzu einseitigen Blick auf das Leben in Vatmaar.

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