Armutsdebatte auf Knopfdruck

Von Christina Schröder

Im April wurde eine Aussage von Internet-Unternehmer & Snapchat-Gründer Evan Spiegel publik, wonach er 2015 im Rahmen einer internen Besprechung gesagt haben soll, dass er nicht plane, mit seiner App in „arme Länder wie Indien und Spanien“ zu expandieren. Mit Snapchat laden über 160 Mio. Menschen weltweit (vor allem Jugendliche) Fotos und Videos ins Internet, die nach 24 Stunden automatisch wieder gelöscht werden.

In Indien führte die Aussage von Spiegel sowohl zu einem Shitstorm gegen Snapchat als auch zu Kritik an reichen InderInnen. Viele von ihnen würden die Armut in Indien nicht anerkennen, so der Tenor. Schätzungen der Weltbank zufolge müssen knapp 60 Prozent der InderInnen mit weniger als zwei Euro pro Tag auskommen.

Auch in Spanien wurde Armut im Lande diskutiert, wenngleich offensichtlich auf einer sachlicheren Ebene. Im Zuge der Debatte über Snapchat wurde von vielen eine aktuelle UNICEF-Studie zitiert, wonach Spanien in Europa die dritthöchste Kinderarmutsquote aufweise.

So schnell die Diskussionen ausgebrochen waren, so schnell verschwanden sie auch wieder – ganz in Snapchat-Manier, nur nach etwas mehr als 24 Stunden. Armut bleibt.

nach oben

Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich mit dem Einsatz von Cookies einverstanden. Mehr Informationen