Auf die Finger schauen

Die Vorbereitungen für das Projekt

Von Werner Hörtner
Fray Bartolomé de las Casas war bekanntlich jener spanische Priester und später der erste Bischof der "Neuen Welt", der sich vehement gegen die Eroberungspolitik der Konquistadoren aussprach. Nach ihm ist jenes Menschenrechtszentrum in San Cristóbal in Chiapas benannt, das europäische BeobachterInnen aufnimmt.

Ihre Aufgabe liegt in der Kontaktpflege zwischen dem Zentrum und den Gemeinden, in der Dokumentation von Menschenrechtsverletzungen und auch in der Öffentlichkeitsarbeit nach der Rückkehr nach Österreich. Wichtig ist aber allein schon die Präsenz, das Sehen und Gesehenwerden, um Übergriffe auf die Zivilbevölkerung zu verhindern.

Die Vorbereitungsseminare laufen bereits, eine erste Gruppe wird von Wien aus im Sommer nach Chiapas reisen.

Die österreichische Botschaft in Mexiko informiert InteressentInnen an einer Teilnahme an einem Friedenscamp, daß ausländische BeobachterInnen ein sogenanntes FM3-Visum für Mexiko benötigen, das bei der mexikanischen Botschaft in Wien zu beantragen ist. Bei einer Einreise als Tourist bestehe die Gefahr einer Ausweisung, so die Botschaft.

Tatsächlich greift die mexikanische Regierung in der letzten Zeit zu diesem Mittel, um unliebsame AusländerInnen und ZeugInnen loszuwerden. In den vier Jahren, die das Zentrum Bartolomé de las Casas nun den Einsatz internationaler BeobachterInnen koordiniert, ist allerdings noch nie jemand des Landes verwiesen worden.

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