Auf nach Peking

Von WeH ·

Trotz erfreulicher Erfolge in Athen kann die Kampagne „Play Fair at the Olympics“ nicht ihre Tätigkeit einstellen. Jetzt muss sie sich auf die Olympischen Spiele 2008 in Peking konzentrieren.

Anfang März wurde sie weltweit gestartet, die von Oxfam, der Clean Clothes-Kampagne (CCK) und Gewerkschaften wie dem ÖGB getragene Initiative „Play Fair at the Olympics“. Ihr Ziel ist, das Internationale Olympische Komitee (IOC) und die Sportbekleidungsfirmen aufzurufen, die Verantwortung für die Arbeitsbedingungen in der Produktion zu übernehmen. Über eine halbe Million Menschen haben eine entsprechende Petition unterschrieben, allein in Österreich trudelten über 12.000 Unterschriften bei der Südwind Agentur ein, die die Aktion koordinierte.
Es darf nicht sein, „dass die Glorie unseres Entertainments mit dem Hunger anderer bezahlt wird“, erinnerte Kabarettist Alfred Dorfer an die Produktionsbedingungen in der Bekleidungsindustrie, und die Wiener Modedesignerin Linda Zlok mahnte ein, bei der Wahl der Kleidung nicht nur auf das Material zu achten, sondern auch darauf, ob faire Arbeits- und Rohstoffpreise garantiert sind. Sie und viele andere österreichische Persönlichkeiten aus Politik, Kultur, Gesellschaft und Sport unterstützten mit Stellungnahmen die Anliegen der Kampagne.
Bei „Play Fair at the Olympics“ war von Anfang an beabsichtigt, sich einmal nicht an die Großen der Branche zu wenden, die ohnehin immer wieder im Rampenlicht der öffentlichen Aufmerksamkeit stehen, sondern an Unternehmen der zweiten Linie. Diese konnten sich nur zögernd damit anfreunden, in der Clean Clothes-Kampagne einen Gesprächspartner zu akzeptieren. Doch schließlich traten mittlerweile schon alle – Asics, Fila, Kappa, Lotto, Mizuno, Puma und Umbro – in Verhandlungen mit der CCK. Puma und Umbro haben sich sogar einer unabhängigen Überprüfungsinitiative in den USA, der FLA (Fair Labour Association) angeschlossen.
Zwischen den internationalen Dachverbänden von Bekleidungsunternehmen, Gewerkschaften, der britischen Hilfsorganisation Oxfam und der Clean Clothes-Kampagne sollen Rahmenabkommen ausgehandelt werden, die die Respektierung wichtiger Arbeitsrechte seitens Industrie und Handel festlegen. Heuer noch soll, unter der Schirmherrschaft der Internationalen Arbeitsorganisation ILO, in Asien ein Planungstreffen zur Ausarbeitung dieser Abkommen veranstaltet werden.
Große Verwunderung und Interesse erregte eine Aktion von Wiener AktivistInnen der Clean Clothes-Kampagne: Als GöttInnen verkleidet, stiegen sie vom Olymp in die Niederungen der Großstadt, sammelten Unterschriften und verteilten Informationsmaterial. Auch bei einer Pressekonferenz der Kampagne gemeinsam mit dem ÖGB warben Justitia & Co. für faire Arbeitsbedingungen in der Sportbekleidungsindustrie.
Die Kampagne wird so lange fortgesetzt, bis die Unternehmen und das IOC konkrete Maßnahmen setzen und den Gedanken von Fairness und Menschenwürde auch in ihrer eigenen Praxis umsetzen. Damit bei den nächsten Spielen in Peking 2008 auch die Frauen und Männer an den Nähmaschinen zu den GewinnerInnen gehören.

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