Bauern für die Zukunft. Auf dem Weg zu einer globalen Bewegung

Von Gertrude Eigelsreiter-Jashari ·

Silvia Pérez-Vitoria

Sachbuch. Übersetzt aus dem Französischen von Bodo Schulze. Rotpunktverlag, Zürich 2007, 254 Seiten, € 22,00

Bauern müssen ums Überleben kämpfen. Sie haben Kenntnisse, die Tausende von Jahren alt sind; sie lieben, was sie tun. Und „die Erde gehört nicht den Menschen – der Mensch gehört der Erde“: dies zeigt die Ökonomin Pérez-Vitoria klar auf. Archaische Agrarstrukturen, die bedroht sind, bedeuten Biodiversität und kulturelle Vielfalt, Landschafts- und Ökosystempflege. In den nächsten Jahren sollen in den neuen EU-Ländern vier Millionen ländliche Familien verschwinden; in Europa geht derzeit jede Minute ein Hof verloren. Was passiert, wenn die Bauern verschwinden, wird deutlich und differenziert dargestellt. Nicht nur die Bauern sind bedroht, sondern Ernährungssicherheit, die Umwelt, unsere Lebensweise und Kulturen. Daher ist eine „Wiederverbäuerlichung“ unserer Welt erforderlich. Bauern wehren sich in allen Weltregionen, entwickeln Alternativen zum agroindustriellen Modell, erhalten Saatgut, erarbeiten nachhaltige Anbaupraktiken und vor allem auch: sie organisieren sich weltweit, etwa im Netzwerk Via Campesina, in dem über 200 Millionen Bauern und Bäuerinnen organisiert sind und das auch innerhalb der globalen Sozialbewegung führend aktiv ist.
Spannend, flüssig lesbar, wissenschaftlich geschrieben. Manches ist in seiner Allgemeinheit nicht unbedingt neu, doch sind die Details und konkreten Fakten immer wieder aufrüttelnd: so z.B. dass sechs Multis 8% des Getreidehandels oder drei Multis 80% des Kakaoverkaufs kontrollieren. Unerfreulicherweise ist weitgehend keine gendersensible Schreibweise gewählt worden. Die Darstellung der Inhalte zeigt aber doch häufig ein differenziertes Eingehen auf Frauen und Männer auf.
Ein wichtiges Buch, das allen im Bereich Umwelt, nachhaltige Entwicklung und Menschenrechte Tätigen ans Herz zu legen ist. Es nimmt eindeutig Stellung für Kleinbauern und Landlose, setzt sich ein für ihr Recht zur Bebauung des Landes, prangert die Geringschätzung, die ihren Kulturen und ihrem Wissen entgegen gebracht wird, scharf an und zeigt die Vielfalt der Widerstandskämpfe in Vergangenheit und Gegenwart auf. Die weltweite Hungerkrise macht das Buch gerade jetzt äußerst aktuell.

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