Bissig & gefühlvoll

Von Werner Leiss

Nach dem für seine Verhältnisse recht freundlich geratenen „Bon Jour“ von 2011 legt Rachid Taha, der algerische, in Frankreich lebende Sänger und Musiker nun mit „Zoom“ wieder ein bissiges und politisches Album ohne angezogener Handbremse vor. Freilich kommen auch die großen Gefühle nicht zu kurz. Wie „Now Or Never“ von Elvis Presley gecovert wird, ist großes Breitwand- Kino. Im Duett mit Jeanne Added wird nichts ausgelassen.

Auf „Zoum Sur Oum“ verneigt er sich vor der größten arabischen Sängerin aller Zeiten. Produziert hat diesmal fast zur Gänze Justin Adams, ein Weltenbummler, der selbst schon etliche Soloalben veröffentlichte und auch schon mit der Tuareg-Gitarrenband Tinariwen gearbeitet hat. Das passt auch hier ganz ausgezeichnet. Er spielt elektrische und akustische Gitarre. „Voilà Voilà“, Rachid Tahas Lied gegen Rassismus in Frankreich aus dem Jahr 1993, ist das letztgereihte Stück. Weil sich das Thema bekanntlich keineswegs erledigt hat, wurde es für dieses Album neu aufgenommen. Es wurde von Brian Eno produziert, der verschiedene Instrumente auch selbst spielt. Insgesamt ein dunkles, rockiges Werk mit elektronischen Elementen. 

Rachid Taha
Zoom
Naïve, Vertrieb: Lotus

nach oben

Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich mit dem Einsatz von Cookies einverstanden. Mehr Informationen