Blutige Bilanz

Medien in Lateinamerika, SWM 9/10

24 Medienleute kamen in Lateinamerika im ersten Halbjahr 2010 in Ausübung ihres Berufes ums Leben, schrieben wir in der Septembernummer des Vorjahres. Nunmehr liegt die Jahresbilanz vor, erstellt von der „Kommission zur Untersuchung von Angriffen auf JournalistInnen“ (CIAP). Demnach kamen bis zum Jahresende 40 JournalistInnen und ReporterInnen aus sechs lateinamerikanischen Ländern ums Leben.

Den Spitzenplatz in der makabren Liste nimmt Mexiko (17) ein, wobei hier die meisten Opfer in Zusammenhang mit Enthüllungen über den Drogenhandel stehen. In Kolumbien (7) kann eine kritische Berichterstattung über korrupte Lokalpolitiker, paramilitärische Führer oder auch Regierungsskandale zu Mord oder Verfolgung führen. Wenn man die Anzahl der Ermordungen zur niedrigen Bevölkerungszahl in Beziehung setzt, so ist Honduras (10) eindeutig das gefährlichste Pflaster für den Journalismus. Hier haben die Attentate zum Großteil einen politischen Charakter und sind eine Folge der Rechtsregierung von Porfirio Lobo nach dem Staatsstreich vom Juni 2009.

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