Computer für Afrika

Eine private Initiative in Wien stellt manches hochdotierte Projekt der Vermittlung von modernem Kommunikationsknow-how in den Schatten.

Von Werner Hörtner
Am Anfang stand der Wille, etwas zu tun gegen (technologische) Unterentwicklung, einen kleinen Beitrag zu leisten, um den Menschen im Süden bessere Bildungs- und Arbeitschancen zu geben. Dann kam die Idee, in unserer durchcomputerisierten "Ersten" Welt Geräte zu sammeln und, zusammen mit entsprechender Ausbildung, nach Afrika zu senden. Im Dezember des Vorjahres reiste eine Gruppe des mittlerweile gegründeten "Vereins zur Unterstützung von Menschen" (VUM) nach Togo, mitsamt umfangreicher technischer Ausrüstung. In einem Dreischichtenbetrieb wurden in Lomé, der Hauptstadt vonTogo, in einem vierwöchigen Trainingsseminar insgesamt 27 Personen so weit ausgebildet, daß sie nun ihrerseits Einschulungen vornehmen können.

Die Geräte, die in Österreich von Dutzenden von ehrenamtlichen MitarbeiterInnen des Vereins geschnorrt und aufgerüstet wurden, blieben in Togo und stehen dort in einem öffentlich zugänglichen Ausbildungszentrum zur Verfügung. Im Laufe dieses Jahres sollen noch weitere 600 PCs in den westafrikanischen Kleinstaat befördert werden.

"Seit wir das Zentrum hier eröffnet haben, sind die Geräte fast rund um die Uhr belagert: Entweder mit Leuten, die sich selber damit weiterbilden, oder mit solchen, die das Gelernte bereits praktisch anwenden, indem sie z.B. Infobroschüren über kooperative Produktionsformen oder über ein Aids-Aufklärungsprojekt am Computer schreiben", berichtete Ingo Lantschner, einer der Initiatoren des Projekts, vom ersten Ausbildungskurs in Lomé. Er zeigte sich auch angetan von der gesunden togolesischen Küche: "Getreide aller Art, Antilopenfleisch, Ziegen, Fledermäuse und anderes nicht näher definierbares Protein".

Das fast gänzlich von privater Seite - mit einer kleinen Unterstützung der öffentlichen Hand - finanzierte und durchgeführte Projekt in Togo ist derart erfolgreich angelaufen, daß es nunmehr auf Sambia ausgeweitet wird. SpenderInnen von Computern und entsprechendem Know-how sind jederzeit willkommen.

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