Damals & heute – Frauen / Gesundheit

Von Redaktion ·

„Fortschritt“ und „Entwicklung“ sind heute umstrittene Begriffe. Aber niemand im Dorf Sabtenga würde wieder so leben wollen wie 1985. Einst und jetzt, ein Vergleich von NI-Redakteur Chris Brazier.

Das Patriarchat regiert nach wie vor

Was die politische Stellung der Frauen betrifft, würde ich gerne über wesentlichere Fortschritte berichten können, auch wenn das Ende der FGM (siehe Seite 28) ein großer Schritt vorwärts ist und die neuen Wasserpumpen (siehe Seite 31) ihnen einiges an Arbeit ersparen. 1985 hatte Mariama einen der beiden Sitze im lokalen Komitee zur Verteidigung der Revolution inne, die für Frauen reserviert waren – eine erstaunlich weitblickende Politik, die von Thomas Sankara eingeführt wurde.

Frauen benutzen heute auch vermehrt Fahrräder oder sogar Motorräder wie Salamatu Darga (Foto links), eine Mitarbeiterin der Anti-Malaria-Kampagne. Aber die Männer haben in dieser Gesellschaft immer noch das Sagen, und sogar die selbstbewusstesten, tatkräftigsten Frauen haben sich den Wünschen ihrer Männer zu beugen – und viele Männer nehmen sich nach wie vor eine zweite Frau und kommen nicht einmal auf die Idee, die erste dabei zu Rate zu ziehen.

Ein leerer Rohbau wird zur leistungsfähigen Klinik

Das heutige Gesundheitszentrum existierte 1985 noch nicht; es gab nur einen leeren Rohbau, keine Medikamente und kein Personal. 1995 war es bereits voll funktionsfähig (siehe Foto links) und gut besucht, wenn auch mit weniger MitarbeiterInnen als wünschenswert – jedenfalls ein Meilenstein bei der Verbesserung des Lebensstandards im Dorf.

Bis 2005 war eine eigene Geburtshilfeabteilung hinzugekommen, die sich ebenfalls einem Schuldenerlass verdankte. Doch wer die Dienste des Zentrums beanspruchen wollte, musste nach wie vor bezahlen. Viele Frauen brachten ihre Kinder daher wie bisher zu Hause zur Welt, mit dem unvermeidlichen Ergebnis, dass einige von ihnen bei der Geburt oder danach starben.

2016 (siehe Foto links) war die Klinik im Wesentlichen unverändert, jedoch mit mehr Personal ausgestattet. Das war auch nötig, denn es gibt nun weit mehr zu tun: Wie ich zu meiner Freude feststellte, ist die Gesundheitsversorgung für schwangere Frauen und Kinder unter fünf Jahren seit Juni des Vorjahres gratis, womit der neue Präsident, Roch Marc Christian Kaboré, ein Wahlversprechen erfüllt hat. Die nötigen Budgetmittel stammen aus einer Erhöhung der Steuern auf Alkohol, Tabak und Mobiltelefone.  

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