Das Great-Man-Made-River-Project

Pipelines in der Größe von Straßentunnels transportieren Süßwasser durch die libysche Sahara.

Fossiles Wasser ist Wasser in tiefen Erdschichten, das seit tausenden von Jahren keinen Kontakt zur Erdatmosphäre oder Oberflächengewässern hatte. Unter der Sahara liegt der Nubische Sandstein-Aquifer (Grundwasserträger). Dieses größte fossile Süßwasservorkommen der Welt, mit einem geschätzten Volumen von 373.000 Milliarden Kubikmeter, teilen sich die Länder Ägypten, Libyen, Sudan und Tschad. Daraus werden Oasen, Wüstenseen und Sahara-Brunnen gespeist. Libyen zapft die Wasservorräte seit Jahren in großem Ausmaß an.

Bereits vor rund drei Jahrzehnten hat Muammar al-Gaddafi das Great-Man-Made-River-Project in Angriff nehmen lassen. Aus der Tiefe der Sahara wird Wasser gepumpt und in Pipelines von der Größe von Straßentunnels an die libysche Mittelmeerküste gebracht. Es versorgt seit einigen Jahren die Großstädte Tripolis und Benghasi und dient zur Bewässerung in der Landwirtschaft. Man spricht von mehr als sechs Millionen Kubikmetern gefördertem Süßwasser täglich.

Wie lange die nicht erneuerbaren Wasserreserven ausreichen werden, wird höchst unterschiedlich eingeschätzt. Während die Regierung unter Gaddafi noch von Vorräten für 5.000 Jahre sprach, gehen internationale ExpertInnen heute bei derzeitiger Entnahmemenge von einer Nutzungsdauer von 250 Jahren aus. Wie weit das Projekt im Laufe der libyschen Revolution nachhaltige Beschädigung erfahren hat, ist nicht bekannt.
red

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