Der Aufstieg des Schafhirten

Alejandro Toledo machte eine Karriere wie im Bilderbuch.

Von Cecilia Remón
Das Andendepartement Ancash, wo Alejandro Toledo Manrique 1946 in der Gemeinde Cabana zur Welt kam, gilt als zurückgebliebene Region, weit oben in der Zentralkordillere. Als eines von 16 Kindern - Vater Tischler, Mutter Bäuerin - war Toledo schon früh auf sich selbst gestellt. Er musste als Schuhputzer und Schafhirte zum Familieneinkommen beitragen. Das relativ hoch entwickelte Bildungssystem Perus erlaubte dem begabten Bauernsohn den Aufstieg bis zur Matura. Und ein Stipendium ermöglichte ihm das Wirtschaftsstudium an der University of Stanford in Kalifornien. Dort lernte Toledo auch seine beglische Frau Eliane Karp kennen, eine Anthropologin, mit der er eine 17-jährige Tochter hat.

Über eine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Eliteuniversität Harvard kam Toledo später an die Weltbank.

Seine politische Feuertaufe erhielt er erst 1995, als er sich als völlig Unbekannter um die Präsidentschaft bewarb. Damals erreichte er mit weniger als 4% nur den vierten Platz.

Das Regierungsprogramm seiner Partei Perú Posible basiert auf einer Wirtschaftspolitik mit menschlichem Gesicht und Plänen für eine kurzfristige Konjunkturbelebung. Durch die Förderung der verarbeitenden Industrie für den Export will Toledo Arbeitsplätze schaffen. Sein vorrangiges Augenmerk gilt aber der Landwirtschaft, die er modernisieren und für Investoren attraktiv machen will. Der Zugang zu Krediten soll für Agrarproduzenten erleichtert, die Rolle der Zwischenhändler geschwächt und eine Sozialversicherung für Bauern eingeführt werden.

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