Der Gattinnen-Schmäh

Guatemala

Das guatemaltekische Präsidentenpaar ist auch nach der Scheidung glücklich verliebt – sagen die beiden.

Ebenso wie der – mittlerweile verstorbene – ehemalige argentinische Präsident Néstor Kirchner einst seine Gattin Cristina Fernández ins höchste Staatsamt hievte, will nun auch Guatemalas Staatschef Álvaro Colom seine Ehefrau Sandra Torres als Nachfolgerin im Präsidentenpalast platzieren. Beziehungsweise Ex-Frau, denn um kandidieren zu dürfen, musste sie sich von ihrem Mann trennen: Am 11. März gab sie die Scheidung bekannt – sie seien aber immer noch ineinander verliebt, betonten die beiden. Colom, der sich als sozialdemokratischer Politiker und großer Freund der indigenen Mehrheitsbevölkerung zu präsentieren liebt, hatte in seiner Amtszeit keine effektiven Maßnahmen gegen die völlige Durchdringung des Staates durch das organisierte Verbrechen setzen können oder wollen.

Noch eine Parallele verbindet Sandra Torres mit Argentinien: Sie stellt sich als eine neue Evita Perón vor, die unermüdlich für die Interessen der armen, marginalisierten Bevölkerung tätig sein will. Da wird sie aber in einen heftigen Interessenkonflikt mit dem elitären, wohlhabenden Guatemala geraten, das bisher die Geschicke des Landes lenkt.

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