Der rote Faden

Von Brigitte Pilz · · 2004/11

Dieses folgende Editorial sollte wie „ein roter Faden“ in den Schwerpunkt einführen, damit die/der LeserIn unterwegs nicht „den Faden verliert“.
Also: „Textilien“ ist ein weites Thema. Es beinhaltet die Produktion und Vermarktung von Heim- (Vorhänge, Bett-, Tischwäsche, Teppiche etc.) sowie Industrietextilien (Planen, Automatten etc.) und Bekleidung. Wir konzentrieren uns hier auf Bekleidung. Wir wollten wissen, warum, seit wann und ob heute auch „Kleider Leute machen“. Aber: Es sind auch „Leute, die Kleider machen“. In den Maquilas, den Weltmarktfabriken rund um den Globus, wo die Ausbeutung ohne große Hindernisse möglich ist, sind es zum Großteil Frauen, deren Lohn so gering ist, dass ihre Familien häufig am „Hungertuch nagen“.
Ihr Schicksal hängt „am seidenen Faden“, weil sie von denen, die „ihre Schäfchen ins Trockene zu bringen wissen“ abhängig sind. Rasch wird die Produktion in ein anderes Land verlagert, wenn Gewinne in Gefahr sind.

Ab 2005 soll die Textil-Weltwirtschaft „nach neuem Strickmuster“ funktionieren. Das Ende des Welttextilabkommens wird natürlich auch Kleiderproduktion und -handel beeinflussen. Welche Länder gewinnen werden und welche verlieren, lässt sich noch nicht genau sagen. Soziale Spannungen könnten zunehmen. Mit Sicherheit werden die Gewinner auf ihre „weiße Weste“ verweisen.
Und wir Trägerinnen und Träger immer neuer Kleidungsstücke? Wir halten nicht alle „Fäden in der Hand“, aber einige schon. Die Bedingungen in der Bekleidungsindustrie können wir „unter den Wohlstandsteppich“ kehren. Wir können aber auch genauer hinschauen. Und wir können handeln, weil wird als KäuferInnen einige Macht haben. Die Altkleider in den nächsten Sammel-Container zu werfen, damit sind wir noch nicht „aus dem Schneider“. Auch hier gilt: sich informieren, Alternativen suchen. Anstrengend? Ja, aber dann zeigt sich, ob wir wirklich Veränderung wollen oder ob uns das „Hemd ohnehin näher ist als der Rock“.
Entwickeln Sie Ihre „maßgeschneiderte“ Vorgangsweise!

P.S.: Je bedeutender ein Thema in der Gesellschaft ist, um so mehr Sprichwörter haben sich dazu eingebürgert.

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