Der Sieg des neoliberalen Zynismus

Wie Jair Bolsonaro in Brasilien an die Macht kam, und was Europa daraus lernen kann.

Von Ursula Prutsch

Im Jahr 2013 reiste der britische Regisseur Stephen Fry nach Brasilien, das kurz zuvor die gleichgeschlechtliche Ehe erlaubt hatte. Für einen Dokumentarfilm über Homophobie interviewte Fry den kaum bekannten Kongressabgeordneten Jair Bolsonaro, der zunächst erklärte, dass es in Brasilien keine Homophobie gebe, um sogleich Homosexuelle mit Taliban zu vergleichen. Anschließend behauptete er, das geplante Gesetz gegen Homophobie würde bereits Kinder zu potenziellen Homosexuellen machen, damit diese später das Land übernähmen.Ob dieses fanatischen Irrationalismus tief verstört, resümierte Fry: Solche Lügen schüren gerade unter den mangelhaft Gebildeten Hysterien, die wiederum brutale Gewalt auslöse. Ignoranz und Angst werden auch durch Armut und den Fundamentalismus...

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