Der STEP ist meiner

Von lym ·

Fair gehandelte Teppiche sind nun auch in Leiner-Filialen zu kaufen.

Über 240 Millionen Kinder zwischen fünf und 14 Jahren müssen in den Ländern des Südens häufig unter gesundheitsschädlichen Bedingungen arbeiten – auch in der Herstellung von Luxusprodukten für den europäischen Markt. Über ein Jahr schuften Kinder etwa an einem handgeknüpften Teppich, ohne Aussicht auf Schulbildung. Fair gehandelte Teppiche können eine Möglichkeit sein, diese Missstände zu beseitigen.
Durch die Partnerschaft mit dem Einrichtungskaufhaus Leiner und anderen renommierten Teppichhändlern sind fair gehandelte Teppiche mit dem STEP-Siegel nun überall in Österreich erhältlich. Ob die fair gehandelten Teppiche bei der Kundschaft gut ankommen? Derzeit sei es noch zu früh, um Prognosen aufzustellen. Die Firma Leiner sieht sich jedoch in ihrem Engagement bestätigt, Teppiche ohne Kinderarbeit den KundInnen anbieten zu können. Immerhin bereits jeder zweite Kunde fragt danach. Der Leiter der Leiner Teppich-Abteilung in der Wiener Mariahilferstraße, Franz Murhammer, findet die Kooperation mit STEP (in Österreich durch die Südwind Agentur vertreten) wichtig, denn „so können wir stark und mit Rückendeckung den Kunden gegenüber auftreten“. „Wir haben nicht die Möglichkeiten, vor Ort zu kontrollieren, ob die Teppiche, die wir anbieten, auch wirklich ohne Kinderarbeit hergestellt wurden. Diese Arbeit erledigt STEP für uns“, so Murhammer weiter.

„Kinderarbeit ist immer Ausdruck bitterer Armut“, sagt Stefan Kerl von der Clean Clothes-Kampagne, die sich für faire Arbeitsbedingungen weltweit einsetzt. Das Kontrollsiegel STEP hat sich zum Ziel gesetzt, Kinderarbeit zu bekämpfen, in dem Erwachsene gerecht entlohnt werden, damit diese wiederum ihren Familien eine sichere Lebensgrundlage bieten können. In Indien zum Beispiel liegt der Lohn in STEP-kontrollierten Betrieben bis zu 20 Prozent über dem Durchschnittslohn.
„Ich lerne gerne und möchte später in die Mittelschule“, erzählt Reka, neun Jahre alt, aus dem Bauerndorf Sonebarsa des indischen Bundesstaates Uttar Pradesh. Das war nicht immer so. Früher mussten Reka und ihre Freundinnen Teppiche knüpfen und hatten keine Zeit, um in die Schule zu gehen. Dank eines STEP-Projektes ist das nun anders. „Fast alle meine Freundinnen sind hier“, freut sich Reka.


Weiterführende Information:
Südwind Agentur, Tel. 01/405 55 15
Siehe STEP-Bericht/Marokko,
SWM Nr. 5/2003, S. 16
www.cleanclothes.at
www.label-step.org
www.leiner.at

www.cleanclothes.at www.label-step.org www.leiner.at

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