Die dritte industrielle Revolution. Die Zukunft der Wirtschaft nach dem Atomzeitalter

Jeremy Rifkin

Sachbuch. Aus dem Englischen von Bernhard Schmid. Campus Verlag, Frankfurt 2012, 303 Seiten, EUR 24,99

Wenn man dem gesellschaftlichen Vordenker Jeremy Rifkin Glauben schenken mag, so steht unsere industrielle Zivilisation heute auf dem Scheideweg. Auf die erste industrielle Revolution im 19. Jahrhundert, als man von Holz auf Kohle umstieg und damit Dampfer und Zug ermöglichte, folgte die zweite im 20. Jahrhundert, die uns Öl, Strom und Kraftfahrzeuge brachte. Laut Rifkin wird die Paarung von Internettechnologie und erneuerbaren Energien in der nahen Zukunft zur dritten industriellen Revolution führen: Im 21. Jahrhundert werden Hunderte von Millionen Menschen anhand von Sonne, Wind und Erdgas ihre eigene grüne Energie erzeugen – in ihren Häusern, in Büros, in Fabriken – und diese mit anderen über intelligente dezentrale Stromnetze teilen.

Diese Demokratisierung der Energieversorgung soll nicht nur die Wirtschaft wiederbeleben und Millionen von Arbeitsplätzen schaffen, sondern auch die Abwendung der viel zitierten Klimakatastrophe zur Folge haben. Wie Rifkin in seinem Fünf-Säulen-Modell erläutert, sind wir bereits auf dem Weg zu diesem neuen Energieregime auf Basis grüner Energien, die teils als Wasserstoff gespeichert, über intelligente „Internetze“ verteilt und mit emissionsfreien Steckdosenfahrzeugen gekoppelt werden. Städte wie Linz, Basel, Utrecht, San Antonio und Rom haben sich bereits der praktischen Entwicklung und Anwendung solcher Umweltstrategien verschrieben: In Linz müssen heute etwa alle neuen Flachdächer begrünt sein, und Rom erprobt seit einigen Jahren ein Biosphärenkonzept für eine kohlenstoffarme Wirtschaft.

Wer sich mit dem Thema grüne Energie auseinander setzen will, ist mit diesem Buch gut beraten. Es ist nicht nur spannend zu lesen, sondern auch für Laien klar und verständlich geschrieben. Rifkin gelingt es, die großen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zukunftsthemen anhand von konkreten Stadtprojekten auf den Punkt zu bringen. Empfehlenswert!
Sophie Hofbauer

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