Die gefährlichsten Infektionskrankheiten

Sie können sich rasend schnell ausbreiten, rasch zum Tod führen oder trotz jahrelanger Forschung bis heute nicht geheilt werden. Einige davon sind:

Hohe Sicherheitsstandards in Kenema, der ersten Klinik in Sierra Leone, die 2014 Ebola-Kranke behandelt hat.© IFRC

Ebola: Sie gehört zu den viralen hämorrhagischen Fiebererkrankungen. Als Reservoir der Erreger gelten Flughunde, die in einigen Regionen Afrikas gegessen werden. Von Mensch zu Mensch wird Ebola durch Körperflüssigkeiten übertragen. Der Krankheitsverlauf erfolgt sehr schnell und führt in 50 bis 90 Prozent der Fälle zum Tod. 2014/15 starben in Westafrika an der Ebola-Epidemie über 11.000 Personen, 28.000 Infizierte überlebten.

Tuberkulose: 1,4 Millionen Menschen starben laut WHO daran im Jahr 2015. Tuberkulose steht damit auf Platz eins der tödlichen Infektionskrankheiten. Übertragen wird das Bakterium durch Tröpfcheninfektion. Schlechte hygienische Bedingungen, Mangelernährung und fehlende Gesundheitsversorgung sind Ursache der heute weiten Verbreitung im globalen Süden. Problem bei der Behandlung sind Resistenzen, so dass in Folge entsprechende Antibiotika zur Behandlung fehlen.

Cholera: Verunreinigtes Trinkwasser und Nahrung sind die Hauptansteckungsquellen dieser bakteriellen Erkrankung. Extremer Durchfall und Erbrechen sind typische Symptome, mit darauf folgender Dehydration. Die Sterberate kann in schweren Fällen 70 Prozent erreichen. Nicht selten kommt es nach Naturkatastrophen oder infolge kriegerischer Auseinandersetzungen zu Epidemien. Nach dem schweren Erdbeben auf Haiti 2010 erkrankten 500.000 Menschen an Cholera, 7.000 starben.

Typhus: Daran erkranken jährlich rund 21 Millionen Menschen, etwa 200.000 sterben. Durch schlechte Hygienestandards können sich die Erreger (aus der Gattung der Salmonellen) explosionsartig ausbreiten. Die Ansteckung erfolgt über verunreinigtes Trinkwasser oder Nahrung.

Grippe: Meist denken wir bei der Influenza an relativ harmlosen Husten, Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen. Doch die Grippe hat viele Spielarten. Nach Schätzungen der WHO sind jedes Jahr bis zu 20 Prozent der Weltbevölkerung von Grippewellen betroffen. Das Gefährliche: Die Influenza-Viren sind sehr wandlungs- und anpassungsfähig, es entstehen ständig neue Subtypen. Durch schnelle globale Verbreitung könnte es zu einer Pandemie kommen, von der dann vor allem die Industriestaaten und bevölkerungsreiche Länder betroffen wären.

HIV/Aids: Seit den 1980er Jahren starben schätzungsweise rund 30 Millionen Menschen infolge der Immunschwächekrankheit. Heute leben Millionen Menschen mit dem HI-Virus und dank antiretroviraler Medikamente. Bisher gibt es keine Impfung und keine Heilung. Im östlichen und südlichen Afrika leben die meisten HIV-infizierten Menschen, von denen aber viele gar nicht wissen, dass sie infiziert sind. Die Herausforderung ist nicht nur die Eindämmung der Neuinfektionen, sondern auch, die Infizierten ausreichend und dauerhaft mit den nötigen Medikamenten zu versorgen. (Siehe auch Kasten Malaria Seite 33.)   red  

(Quellen: Robert-Koch-Institut, Berlin; WHO; UNAIDS)

Sri Lanka verfolgt mit großem Erfolg konsequent eine mehrschichtig aufgebaute Gesundheitsstrategie. Dazu gehört auch das Besprühen von Räumen mit Insektiziden. Das Land gilt etwa seit 2016 als malariafrei.© IRIN

Glossar

„Emerging Diseases“ sind Infektionserkrankungen, die seit cirka 40 Jahren die Menschheit wie aus dem Nichts überfallen. Fakt ist, dass es sich dabei um Krankheiten handelt, deren Ursprung und Infektionskette nur schwer auf die Spur zu kommen ist. Zika, Ebola, HIV/Aids sind Beispiele dafür.

„Zoonosen“ sind Erkrankungen, die von Wirbeltieren auf Menschen übertragen werden können. Meist ist der Sprung vom Tier zum Menschen viele Jahrtausende her, nach neuesten Studien haben sich aber in den vergangen 25 Jahren über 30 Krankheiten dem Menschen angepasst. Laut WHO befürchten ExpertInnen etwa beim Vogelgrippe-Erreger (bisher eine Tierseuche, die sich seit 2003 um den Globus ausbreitet) eine Veränderung dahingehend, dass die Krankheit schließlich von Mensch zu Mensch übertragbar wird. Bisher wurden Menschen angesteckt, die direkt mit infiziertem Geflügel Kontakt hatten.

Die Schweinegrippe, die 2009 Angst verbreitete, ist eine Tierseuche. Die unter diesem Namen aufgetretene Grippe wurde durch ein neues Influenza-Virus hervorgerufen und wird mittlerweile Neue Grippe genannt.

Der Übergang von Tier zu Mensch wird durch Abholzung von Wäldern, Massentierhaltung, exotische Haustiere und weltweiten Reiseverkehr begünstigt.

„Vernachlässigte tropische Krankheiten“ beschränken sich zumeist auf ärmere Länder, die WHO listet derzeit 18 davon auf. Den großen Infektionskrankheiten wie HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria werden weitaus größere Aufmerksamkeit und Forschungsgelder gewidmet. Die „vernachlässigten Krankheiten“ können zwar auch zum Tod führen, sie münden aber meist in chronische Beeinträchtigungen, sie mindern die Lebensqualität der Betroffenen und ihre Produktivität. Übertragen werden sie von Würmern, Bakterien oder Viren. Zu den bekannteren Erkrankungen zählen verschiedene Formen der Schlafkrankheit, Flussblindheit, Befall mit Spulwürmern, Lepra, die Augeninfektion Trachom, Tollwut oder Dengue-Fieber.    red

(Quelle: www.who.int; www.wissen.de)

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