Die Hälfte des Himmels

20 Jahre nach der letzten Weltfrauenkonferenz hat sich die Lage für Frauen auf der Welt und in Europa verändert – aber viel zu wenig.

Von Nora Holzmann

In wie vielen Ländern der Welt sind Frauen und Männer gleichberechtigt? Richtig – in keinem. Auch die 28 Staaten der Europäischen Union sind da keine Ausnahme. Die Zahlen zeigen es: Frauen in der EU verdienen etwa im Schnitt 16 % weniger als Männer; Österreich liegt hier im negativen Sinn mit 23 % an der Spitze. „Wenn wir so weitermachen, werden wir das Lohngefälle erst im Jahr 2084 überwunden haben“, stellt Iratxe Garcia-Perez, Vorsitzende des Frauenrechte-Komitees des Europäischen Parlaments, fest. Neben der Gehaltsschere sei nach wie vor Gewalt gegen Frauen ein großes Thema.

Frauenrechte weltweit. Ein Schlüssel zur Gleichstellung ist Bildung – und da ist die EU schon recht weit; Frauen haben Männer mittlerweile bei Hochschulabschlüssen überholt. Allerdings sind sie noch immer eher in Studienrichtungen zu finden, die in weniger gut bezahlten Jobs münden. In den armen Teilen der Welt wiederum schließen viele Mädchen – sofern sie überhaupt die Schule besuchen können – nicht einmal die Grundschulbildung ab.

Dennoch: Bildung ist der Bereich, in dem Frauen seit der letzten Weltfrauenkonferenz in Peking am ehesten aufgeholt haben. Deren 20-jähriges Jubiläum bietet Anlass für eine Bilanz. Die guten Nachrichten: Frauen sind heute global präsenter im öffentlichen Leben, und Gewalt gegen Frauen ist immerhin ein zentrales Thema in der Öffentlichkeit geworden. Schlecht steht es hingegen, wie viele NGOs kritisieren, um die wirtschaftlichen Rechte von Frauen – vor allem in den Billiglohnländern. „50/50 bis 2030“ lautet der aktuelle Slogan der Vereinten Nationen. Um das zu erreichen, bedarf es noch einer Menge Anstrengungen der internationalen Gemeinschaft und der EU.

Die Redakteurin hat im März auf Einladung des Europäischen Parlaments an einem Seminar zum Thema in Brüssel teilgenommen.

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