Die Slow Food – Bewegung

Von Redaktion ·

Slow Food, eine Bewegung, die sich für die Erhaltung bedrohter lokaler Nahrungsmittel einsetzt, entstand in Italien, zählt aber inzwischen mehr als 65.000 Mitglieder in 42 Ländern. Ihr Hauptsitz liegt in der kleinen Marktstadt Bra im Piemont. Sie wendet sich gegen die Fast-Food-Monokultur, die sich durch Supermärkte und Restaurantketten durchzusetzen droht. Slow Food fördert lokale Käse und Salamis, langsam wachsende Getreidesorten und gefährdete Nutztierarten wie die Haubenhühner aus Padua oder die piemontesische Kuh. „Vor hundert Jahren standen 100 bis 120 verschiedene Arten von Nahrungsmitteln auf dem Speisezettel der Menschen“, sagt der Gründer der Bewegung, Carlos Petrini. „Heute ernähren wir uns von höchstens zehn bis zwölf.“

Die Lebensmittelskandale in Europa sowie das Auftreten von BSE (Rinderwahnsinn) oder der Maul- und Klauenseuche haben der Bewegung in letzter Zeit zu einem Aufschwung verholfen. Die verbreitete Ablehnung gentechnisch veränderter Nahrungsmittel kommt ihr ebenfalls entgegen. Die „Slow Food“-Bewegung setzt auf Qualität gegen billige, industriell gefertigte Nahrung. Sie publiziert auch Italiens besten Führer über Weine, Restaurants und Lebensmittelgeschäfte, den „Gambero Rosso“, der aus einer Beilage der linken Tageszeitung „Il Manifesto“ entstand. Mittlerweile hat sich die Bewegung biologischen Anbaumethoden verschrieben, die gesündere, wenn auch etwas teurere Nahrungsmittel hervorbringen. Man rechnet mit einem gewissen Spielraum in den Brieftaschen der VerbraucherInnen, um der Nahrungsmittelindustrie den Kampf anzusagen.

Petrini betrachtet Slow Food „nicht bloß als Vereinigung von GastronomInnen, sondern als Organisation, die etwas gegen Umweltprobleme und den Hunger auf der Welt unternimmt, ohne auf das Recht auf Genuss zu verzichten“.

Hauptsitz: Via Mendicità Istruita 14, 1
2042 Bra (Cuneo), Italien
Tel. ++39 0 172 419611; Fax ++39 0 172 421293

www.slowfood.com www.slowfoodtirol.com

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