Drogenbekämpfung und alternative Entwicklung

Die 45. Commission on Narcotic Drugs (CND) der Vereinten Nationen, die vom 11.-15. März in Wien tagen wird, hat diesmal einen entwicklungspolitischen Schwerpunkt.

Von Robert Lessmann
Alternative Entwicklung und Nachhaltigkeit“ ist das zentrale Thema der heurigen Jahrestagung. Darunter versteht man Bestrebungen, den Bauern, die (potenziell) so genannte Drogenpflanzen anbauen, alternative Lebensgrundlagen anzubieten.
Die Perspektive hat sich im Laufe der Jahre vom bloßen Substitutionsansatz (Kaffee statt Coca) zu einer der integrierten ländlichen Entwicklung erweitert, die auch die Bereiche Infrastruktur und die Verbesserung des Lebensumfelds einschließt. Ein weites Feld also. Umstritten war und ist stets das Verhältnis zwischen entwicklungspolitischen und repressiven (polizeilichen und militärischen) Instrumentarien bei der Bekämpfung des Anbaus.
Natürlich wird Afghanistan in aller Munde sein. Zur Jahrtausendwende noch Ausgangspunkt für mehr als zwei Drittel des Heroins auf den Weltmärkten, sank die Opiumproduktion nach einem Anbauverbot durch die Taliban in den von ihnen kontrollierten Gebieten im letzten Jahr gegen Null. Genaue Zahlen werden erst Ende Februar erwartet, doch gibt es viele Indizien für eine neuerliche Expansion des Schlafmohn-Anbaus, vor allem im Süden Afghanistans. Die Zeit drängt, geerntet wird bereits im April.

Auf der Tokioter Afghanistan-Geberkonferenz vom 21./22. Jänner wurde auch für die Drogenkontrolle eine grobe Strategie abgesteckt und ein Finanzbedarf von 120 Mio. US-Dollar für die ersten zweieinhalb Jahre angenommen. Zusagen – auch von Österreich – wurden bereits gemacht. Was noch fehlt, sind konkrete Pläne. Bei der Dringlichkeit des Bedarfs in Afghanistan und der hohen Aufmerksamkeit, die das Land im Augenblick genießt, besteht die Gefahr, dass andere Länder und Regionen aus dem Blickfeld geraten und Mittel und Energien verpuffen, solange es noch an konkreten Konzepten mangelt.

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