Ein Lied in Locarno

Von Naz Küçüktekin · · 2026/Sept-Okt
© Mira Film
Singende Frauen haben im Iran ein Problem. Nasreen Amini sang dennoch. Heute lebt sie im Schweizer Exil. Singen kann im Iran gefährlich sein, zumindest für Frauen. Nasreen Amini tat es trotzdem, im Verborgenen, jahrelang. Heute muss sie sich nicht mehr verstecken: Seit zwei Jahren lebt sie in der Schweiz. „Ich lebe jetzt in Frieden“, sagt sie gegenüber dem Südwind-Magazin. Eigentlich war sie nur für das Filmfestival Locarno im August 2024 eingereist. Dort wurde „A Sisters’ Tale“ gezeigt, eine Dokumentation, in der Nasreen Amini die Protagonistin ist. Über sieben Jahre hinweg begleitete sie ihre Schwester, die Filmemacherin Leila Amini, in ihrer Heimatstadt Teheran mit der Kamera. Der Film zeigt, was Nasreen am meisten liebt und was Frauen seit der Islamischen Revolution 1979 verwehrt ist: zu singen. Wer es dennoch tut, riskiert Konsequenzen. Existenzrecht. Fünfzehn Jahre in einer arrangierten Ehe, zehn davon als Hausfrau – dann der Bruch. Einen Schlüsselmoment beschreibt Amini ...

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