Ein „österreichisches“ Menü

Von M. W. ·

Nach heutigen Erkenntnissen ist es nicht die gesündeste aller Speisefolgen. Aber globalen Ansatz zeigt folgendes Menü allemal.

Gulaschsuppe
Sie entspricht dem original ungarischen gulyas. Die Ungarn sind berühmt für ihre Paprikagerichte. Dieses Gewürz stammt eigentlich aus Amerika. Es ist angeblich über eine Haremsdame, die im Rahmen der Türkenbelagerung in einem Serail in Budapest lebte, unter das ungarische Volk gelangt. Die Samen der besonderen Pflanze wurden einem ungarischen Wasserträger, der einen geheimen unterirdischen Weg zur Dame gefunden hatte, zugesteckt. Sofort fand das ungarische Volk solchen Gefallen an der Frucht, dass man heute mit dem Begriff Paprika sofort „ungarisch“ assoziiert.

„Wiener“ Schnitzel
Eingeweihte der Küchenliteratur wissen, dass das Rezept unseres Schnitzels durch Feldmarschall Radetzky aus Mailand zu uns gebracht wurde. Dort servierte man es übrigens mit Sardellensauce! Das Schnitzel wurde aber nicht in Italien erfunden. Die Spuren führen vielmehr nach Byzanz, wo in der aristokratischen Oberschicht die Mode aufkam, Fleisch mit Goldplättchen zu servieren, um den eigenen Wohlstand deutlich zum Ausdruck zu bringen. Die Venezianer, Erzrivalen der Byzantiner, übernahmen diese Sitte, die sich dann schnell bis Mailand ausbreitete, wo man aber statt Blattgold, das man sich auf Grund von Wirtschaftskrisen nicht leisten konnte, die viel billigeren goldgelben Brösel verwendete.

Palatschinken
Auch die Palatschinken sind ein Multi-Kulti-Produkt. Eigentlich stammt das Rezept aus Frankreich, wo sie heute noch als crêpes sehr beliebt sind. Der Name der Palatschinken kommt aus dem Rumänischen und geht auf die lateinische Wurzel placenta zurück. Aus dem rumänischen placinta wurde in Ungarn das gutnachbarschaftliche palacsinta, in Böhmen palacinka. Schließlich sind die crêpes als Palatschinken in die Wiener Küche integriert worden. Sie werden vor allem mit süßem Innenleben wie Marmelade, Topfen oder Nussfülle serviert.

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