

„Hoffnung ist nicht Optimismus … sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat – ohne Rücksicht darauf, wie es ausgeht.“ Dieses Zitat von Václav Havel ist einer neuen Publikation vorangestellt. Brigitte Pilz, Herausgebervertreterin des Südwind-Magazins, hat sie rezensiert.
Wir leben in schwierigen Zeiten, geprägt von Kriegen, multiplen Krisen, erratisch agierenden Politikern (zumeist männlich) und Gesellschaften, die eher durch ein Gegeneinander als durch ein Miteinander gekennzeichnet sind. Ein großer Teil der Publikationen beschäftigt sich damit. Als Konsument:in will man die Bedrohungen schon gar nicht mehr in allen Details wissen. Viele schirmen sich ab, pflegen ihre kleine Welt. Sicherheitsdenken greift immer weiter um sich – es ist gut zu verstehen.
Das Buch „Wie wir leben wollen“ versucht einen anderen Weg. Es will nicht nur Analyse und Diagnose darstellen, sondern auch skizzieren, wie es mit unserer Gesellschaft positiv weitergehen kann. Zahlreiche anerkannte Expert:innen wurden eingeladen, zu ihrem Forschungs- und Aktivitätsfeldern Essays zu verfassen, die auch den Blick in die Zukunft wagen. Nicht im Sinne eines dystopischen Weiterdenkens unserer Gegenwart, auch nicht als idealisiertes Wunschdenken. Wir wissen nicht, in welcher Welt wir leben werden. Aber wir können uns überlegen, in welcher Welt wir leben wollen. Und wir können darauf hinarbeiten – auf Basis der vorhandenen Möglichkeiten. Was müsste und könnte also geschehen, um Perspektiven für ein „gutes Leben für alle“ Realität werden zu lassen.
Erhaltung und Stärkung der Demokratie
Der Fokus liegt auf zentralen gesellschaftlichen Bereichen in Österreich: Politik, Wirtschaft, Arbeit, Digitalisierung, Umwelt und Klima, Gesundheit, Jugend, Bildung, um nur einige zu nennen. Schade, dass man der Beziehung unseres Landes zum Globalen Süden keinen eigenen Beitrag gewidmet hat. Eine gedeihliche Zukunft für uns alle wird nicht zuletzt auch davon abhängen, ob wir das Zusammenleben zwischen Nord und Süd gleichberechtigt gestalten.
Die Erhaltung und Stärkung der menschenrechtsbasierten liberalen Demokratie in all ihren Facetten zieht sich wie ein roter Faden durch viele Beiträge.
Alle Essays skizzieren den Status quo, bewegen sich dann aber unterschiedlich weiter. Die einen bleiben in ihren Handlungsvorschlägen sehr allgemein. Bei manchen scheint es, sie richten sich vor allem an die Politik. Andere betonen etwas zu sehr das „Müsste“-und-„Sollte“-Geschehen. Dann gibt es wieder sehr konkrete Vorschläge und Handlungsanregungen, was am derzeitigen System wie verändert werden könnte.
Diese Publikation ist also kein Rezeptbuch für eine bessere Zukunft. Das wäre auch unseriös. Sie kann aber die Gedanken aus der bedrohlichen Gegenwart hinlenken zur Gestaltung einer Welt, in der es sich lohnt zu leben. Und für die es sich lohnt, aktiv zu werden.
„Wie wir leben wollen“. Visionen für eine bessere Welt.
Christian Friesl, Edith Meinhart, Regina Polak (Hrsg.)
edition a, Wien 2025, 304 Seiten
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