Eine Handvoll Dollars

Von Robert Poth ·

Warum Mikrokredite Erfolg haben

Mikrokreditprogramme schließen eine Lücke der bestehenden Finanzsysteme. Armen bleibt der Zugang zu konventionellen Krediten versperrt, da sie kaum Sicherheiten bieten können und der Erlös aus kleinen Darlehen die Transaktionskosten einer Bank nicht abdeckt. Zahlreiche selbständige Erwerbsmöglichkeiten bleiben ungenutzt, obwohl insbesondere in Entwicklungsländern oft nur ein paar US-Dollar Startkapital nötig wären.

Aufzuzeigen, daß diese Hürden genommen werden und Arme eine Existenz für sich und ihre Familien aufbauen können, ist das eigentliche Verdienst der Pioniere des Mikrokredits. Eine Palette unterschiedlicher Kredittechniken wurde ersonnen. Die Bildung von „Solidaritätsgruppen“ unter den KreditnehmerInnen erlaubt es etwa, Kontrollfunktionen auszulagern und die Gruppe gemeinsam in die Pflicht zu nehmen.

Das senkt die Kosten und erhöht die Rückzahlungsquote. Andere MFIs setzen auf die Betreuung bestehender Dorfgemeinschaften („Village Lending“). Weitere Techniken sind die Akzeptanz ungewöhnlicher Kreditsicherheiten, etwa von Fahrrädern oder Schmuck.

Auch eine Art „Krediteskalation“ wird eingesetzt: Nach anfänglich kleinen Beträgen wird der Kreditrahmen aufgestockt. So konnten Mikrofinanzinstitutionen wie die Grameen Bank in Bangladesch den Beweis führen, daß Arme und insbesondere Frauen ausgezeichnete Kreditkunden sind – die Rückzahlungsquoten liegen bei 98%.

Mit dem Angebot von Spardienstleistungen schließlich wird dem Bedarf der Armen entsprochen, Einkommensausfälle und unvorhergesehene Ausgaben überbrücken bzw. finanzieren zu können, und auch die Kapitalbildung ermöglicht.

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