Engelbert und Ines Kohl: As-Sahara Libýya

Sehnsucht nach dem Sand. Weishaupt Verlag, Gnas 2001, 167 Seiten, € 49,90.

Von Eva Bachinger
Wieder ein Bildband über das „Meer ohne Wasser – Bahr bila ma“. Aber in der Vielzahl der Bildbände über die größte Wüste unserer Erde und deren BewohnerInnen einer, der zweifellos hervorsticht.
Der steirische Verlag des Ehepaares Weishaupt hat schon mehrere Bildbände des Fotografen und Reisenden Engelbert Kohl herausgegeben, u.a. bereits eine über Libyen („Libyen Fezzan – Das Erbe der Garamanten“, 1990).
Der vorliegende wiederhole keine Sachthemen und auch keine Bilder, sondern diene zur Ergänzung, schreibt der Fotograf im Vorwort. Dies kann man bestätigen, denn diesmal ist auch die Sichtweise von Ines Kohl, seiner Tochter, die ihn auf einigen Reisen begleitet und ein Ethnologie-Studium abgeschlossen hat, durch verschiedene Textbeiträge einbezogen.
Die Fotografien beweisen sein Können und zeigen besonders das Bemühen um den richtigen Augenblick, das Gefühl für ein besonderes Licht. Aber es geht nicht nur um schöne Bilder, sondern auch um die vielschichtige Annäherung an ein Land in Nordafrika.
Der libysche Schriftsteller Ibrahim Al-Koni schreibt in einer Aphorismensammlung: „Wer die Wüste liebt, ist Gefangener der Freiheit“. Die Wüste verspricht durch grenzenlose Weite und durch die Reduktion auf das Wesentliche Freiheitsgefühle, aber der Glaube, nur dort Freiheit erleben zu können, macht uns auch zu Gefangenen. Die Weisheiten der Tuareg, der WüstenbewohnerInnen, bieten uns einen kleinen Einblick in ihre Kultur, in ihr Siedlungsgebiet (dazu zählt auch Libyen). Ein umfassender Einblick in ein Land, das man nicht nur mit „Gaddafi“ assoziieren sollte.

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